Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
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Und nun vollends eine Mutter, wie die König innLuise es war. Alles an Ihr war gesund, dem Leibe undder Seele nach. Won der Unnatur, wie sie häusig in denhöchsten Ständen vorkommt, das neugeborene Kind von sichzu entfernen und es fremden Händen zu übergeben, hatteSie sich rein und unbefleckt erhalten. Die Kraft und Herr-lichkeit, wie sie dem Throne eigenthümlich ist, hatte den Kö-nig, wie auch Sie, die gleichgestimmte Lcbensgefährtinn, nurim äußern Menschen umgeben, war aber nicht in das In-nere eingedrungen. Dieses war vielmehr der Natur undihren Forderungen treu geblieben und sah, erkannte undliebte in ihren Gesetzen und Bedürfnissen den Willen unddie Stimme des schaffenden Gottes. Der Ton Ihres gan-zen Wesens war rein und unverstimmt und fand überalleinen harmonischen Anklang; wie hätte er da nicht Ihr inLiebe schwimmendes Herz in Bewegung setzen sollen, wo inder Hülslosigkeit eines neugeborenen menschlichen Wesens dieNatur am Lautesten spricht? Schon fremde Kinder liebteSie und fühlte sich, wo Sie solche erblickte, von ihnen an-gezogen; wie hätte Sie an Ihren eigenen nicht mit allenTrieben hangen sollen? Sie hätte Ihre Natur und derenBeschaffenheit ablegen müssen, wenn Sie anders hätte seinkönnen. Sic war darin an der Seite Ihres hohen Ge-mahls Seiner ganz würdig, weil Sic, wie Er, die Men-schenwürde ehrte und bewahrte; die Königliche Würde strahltedarum an Beiden so herrlich, so mild und bezaubernd, weilSie in ihrem hohen Standpunkte nicht über Andere, dieäußerlich niedriger stehen, sich hvchmüthig erhoben, vielmehrals Menschen dieselben Rechte und Pflichten haben, darumin Jedem, auch dem Acrmsten und Niedrigsten, sich Selbstwiederfanden. Die Königliche Würde war aus der mensch-