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10 (1898) Französische Zustände : 2
Entstehung
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Dic parlamentarische Periode des Btirgerkönigtnms. 89

Ader das Wort meldet selten den inneren Herzensgedanken einerPartei, es ist mir ein änßcriichcs Erkennungszeichen, gleichsam dicgesprochene Kokarde; der Chartist, der sich ans die politische Fragezu beschränken vorgicbt, hegt Wünsche im Gcnüitc, dic mit den bngstcnGefühlen jener hungrigen Handwerker tief übereinstimmen, und diesetonnen ihrerseits immerhin das Programm der Chartisten zu ihremFcldgeschrci wählen, ohne ihre Zwecke zu verabsäumen. Die Char-tisten nämlich verlangen erstens, daß das Parlament nur aus einerKammer bestehe und durch alljährliche Wahlen erneuert werde;zweitens, daß durch geheimes Votieren die Unabhängigkeit der Wählersicher gestellt werde; endlich, daß jeder geborene Engländer, der insManncSalter getreten, Wähler und wählbar sei. Davon können wirnoch immer nicht essen, sagten die notleidenden Arbeiter, von Gesetz-büchern ebensowenig wie von Kochbüchern wird der Mensch satt, unshungert. „Wartet nur," entgegnen die Chartisten, „bis jetzt saßenim Parlament nur die Neichen, und diese sorgten nur für die Inter-essen ihrer eigenen Besitztümer; durch das neue Wahlgesetz, durch dieCharte, werden aber auch dic Handwerker oder ihre Vertreter insParlament kommen, und da wird es sich wohl ausweisen, daß dieArbeit ebensogut wie jeder andere Besitz ein Eigentumsrecht in An-spruch nehmen kann, und es einem Fabrikherrn ebensowenig erlaubtsein dürste, den Taglvhn des Arbeiters nach Willkür herabzusetzen,wie es ihm nicht erlaubt ist, das Mobiliar- oder Immobiliarver-mögen seines Nachbarn zu beeinträchtigen. Die Arbeit ist dasEigentum des Volks, und die daraus entspringenden Eigentums-rechte sollen durch das regenerierte Parlament sanktioniert und ge-schlitzt werden." Ein Schritt weiter, und diese Leute sagen, die Arbeitsei das Recht des Volks und da dieses Recht auch dic Berechtigungzu einem nnbcdinglichcn Arbeitslöhne zur Folge hätte, so führt derChartismus, wo nicht zur Gütergemeinschaft, doch gewiß zur Er-schütterung der bisherigen EigentnmSidee, des Grundpfeilers derheutigen Gesellschaft, und in jenen chartistischcn Anfängen läge, in ihreKonseqnenzen verfolgt, eine sociale Umwälzung, wogegen die fran-zösische Revolution als sehr zahm und bescheiden erscheinen dürfte.

Hier offenbart sich wieder dic Hhpokrisie und der praktische Sinnder Engländer, im Gegensatz zu den Franzosen: — die Chartistenverbergen unter legalen Formen ihren TerroriSmns, während dieKommnnisten ihn freimütig und nnnmwnnden aussprechen. Letzteretragen freilich noch einige Scheu, die letzten Konsequenzen ihresPrinzips beim rechten Namen zu nennen, und diskutiert man mitihren Häuptlingen, so verteidigen sich diese gegen den Vorwurf, alswollten sie das Eigentum abschaffen, und sie behaupten dann, siewollten im Gegenteil das Eigentum ans eine breitere Basis etablieren,sie wollten ihm eine umfassendere Organisation verleihen. Du lieber