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10 (1898) Französische Zustände : 2
Entstehung
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16 Französische Zustände. II.

Die Verurteilung des Herrn Dnpvth durch die Pairskainmcrentsprang nicht bloß ans greisenhafter Furcht, sondern ans jenemErbgroll gegen die Revolution, der im Herzen vieler edlen Pairsheimlich nistet. Denn das Personal der erlauchten Versammlungbesteht nicht aus lauter frischgebackenen Leuten der Neuzeit; manwerfe nur einen Blick aus die Liste der Männer, die das Urteil gefällt, und man sieht mit Verwunderung, daß neben dem Nameneines imperialistischen oder philippistischen Emporkömmlings immerzwei bis drei Namen des alten Regimes sich geltend machen. DieTräger dieser Namen bilden also natürlicherweise die Majorität; undda sitzen sie auf den Sammetbänken des Luxembvurg, alte gnillotiniertc Menschen mit wieder angenähten Köpfen, wonach sie jedesmalängstlich tasten, wenn draußen das Volk murmelt Gespenster, diejeden Hahn hassen, und den gallischen am meisten, weil sie aus Er-fahrung wissen, wie schnell sein Morgengeschrei ihrem ganzen Spnkein Ende machen könnte und es ist ein entsetzliches Schauspiel,wenn diese unglücklichen -Voten Gericht halten über Lebendige, dienoch unglücklicher sind, nämlich über die jüngsten und Verzweiflung?vollsten Kinder der Revolution, über jene verwahrlosten und en>erbten Kinder, deren Elend ebensvgrvß ist wie ihr Wahnsinn, überdie Kommunisten! Von feiten der Plebejer, die neben den altbackenenPatriziern in der Pairskammer sitzen, ist ebensowenig Milde zu erwarten; mit wenigen Ausnahmen suchen sie beständig ihren revolntionären Ursprung zu verleugnen, und mit Entschiedenheit ver-dammen sie ihr eigenes Blut. Oder offenbart sich eine gewisse angeborene Dienstbarkcit bei diesen neuen Leuten, sobald sie ihr großesTribunalziel erreicht, nämlich sich als Pairs neben ihren ehemaligenHerren niedergesetzt haben? Die alte Unterwürfigkeit ergreift wiederihre Seelen, unter dem Hermelin kommt ein Stück Livree zum Vor-schein, und bei jeder Frage gehorchen sie unwillkürlich de» gnädigenHerrschaftsinteressen des Hauses.

Die Verurteilung des Dupoty wird der Pairic-Jnstitntion un-säglichen Schaden zufügen. Die Pairie ist jetzt bei dem Volkeebenso verhaßt wie diskreditiert. Die letzte Fonrnee enthält zwarNamen, wogegen sich wenig einwenden ließe; aber die Suppe wirddadurch weder fetter noch schmackhafter. Die Liste ist bereits in allenZeitungen durchgeträtscht worden, und ich enthalte mich der besonderenBesprechung. Nur in Beziehung auf Herrn Bengnot null ich hierbeiläufig bemerken, daß dieser neue Pair unsere deutsche Spracheund überhaupt deutsche Weise sehr gut kennen muß, denn er' ist bi?zum Jünglingsalter in Deutschland erzogen worden, nämlich zu

lämpchen, ihren Helden mit schweren GoldepanlcttcS nnd ihrem permanentenKanonendonner!" schlicht dieser Brief in der französischen Ausgabe.

Der Herausgeber.