Das Biirgerkönigtnm im Jahre 1832. 259
XXXIII.
Paris, den lg. Mai 1841.
Vorigen Sonnabend hielt diejenige Sektion des Institut royal,welche sich Lwacksinis ckss soisnoss roorniss st xolitignss nennt,eine ihrer merkwürdigsten Sitzungen. Der Schauplatz war, wie ge-wöhnlich, jene Halle des Palais. Mazarin, die durch ihre hohe Wöl-bung, sowie durch das Personal, das manchmal dort seinen Sitznimmt, so oft an die Kuppel des Jnvalidendoms erinnert. In derThat, die andern Sektionen des Instituts, die dort ihre Borträgehalten, zeugen nur von greisenhafter Ohnmacht, aber die oben er-wähnte ^sncksnris ckss seisness rnornlss st xolitiguss macht eineAusnahme und trägt den Charakter der Frische und Kraft. Esherrscht in dieser letzten Sektion ein großartiger Sinn, während dieEinrichtung und der Gesamtgeist des Institut royal sehr kleinlichist. Ein Witzling bemerkte sehr richtig: „Diesmal ist der Teil größerals das Ganze." In der Versammlung vom vorigen Sonnabendatmete eine ganz besonders jugendliche Regung; Cousin, welcherpräsidierte, sprach mit jenem mutigen Feuer, das manchmal nichtsehr wärmt, aber immer leuchtet; und gar Mignet, welcher das Ge-dächtnis des verstorbenen Merlin- de Douai, des berühmten Juristenund Konventglieds, zu feiern hatte, sprach so blühend schon wie erselbst aussieht. Die Damen, die den Sitzungen der Lssinon cksssvrsness rnornlss st xolitignss immer in großer Anzahl beiwohnen,wenn ein Vortrag des schönen Lsorstairs xsrxstnsl angekündigt ist,kommen dorthin vielleicht mehr um zu sehen als um zu hören, undda viele darunter sehr hübsch sind, so wirkt ihr Anblick manchmalstörend auf die Zuhörer. Was mich betrifft, so fesselte mich diesmalder Gegenstand der Mignetschen Rede ganz ausschließlich, denn derberühmte Geschichtschrciber der Revolution sprach wieder über einender wichtigsten Führer der großen Bewegung, welche das bürgerlicheLeben der Franzosen umgestaltet, und jedes Wort war hier einResultat interessanter Forschung. Ja, das war die Stimme desGeschichtschreibers, des wirklichen Chefs von Klios Archiven, und esschien, als hielt er in den Händen jene ewigen Tabletten, worin diestrenge Göttin bereits ihre Urteilssprüche eingezeichnet. Nur in derWahl der Ausdrücke und in der mildernden Betonung bekundete sichmanchmal die traditionelle Lobpflicht des Akademikers. Und dannist Mignet auch Staatsmann, und mit kluger Scheu mußten dieTagesverhältnisse berücksichtigt werden bei der Besprechung der jüngstenVergangenheit. Es ist eine bedenkliche Aufgabe, den überstandenenSturm zu beschreiben, während wir noch nicht in den Hafen gelangtsind. Das französische Staatsschiff ist vielleicht noch nicht so wohlgeborgen, wie der gute Mignet meint. Unfern vom Redner, auf
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