Aürgerkömgtum
im Jahre 1832,
Vivs In ^rurios! guanci msms —
Vorrede zur Vorrede.
Wie ich vernehme, ist die Vorrede zu den „Französischen Zu-standen" in einer so verstümmelten Gestalt erschienen, daß mir wohldie Pflicht obliegt, sie in ihrer ursprünglichen Ganzheit herauszugeben.Indem ich nun hier einen besonderen Abdruck davon liefere, bitte ichmir keineswegs die Absicht beizumessen, als wollte ich die jetzigenMachthaber in Deutschland ganz besonders reizen oder gar beleidigen.Ich habe vielmehr meine Ausdrücke, soviel es die Wahrheit erlaubte,zu mäßigen gesucht. Ich war deshalb nicht wenig verwundert, alsich merkte, daß man jene Vorrede in Deutschland noch immer fürzu herbe gehalten. Lieber Gott! was soll das erst geben, wenn ichmal dem freien Herzen erlaube, in entfesselter Rede sich ganz freiauszusprechen! Und es kann dazu kommen. Die widerwärtigenNachrichten, die taglich über den Rhein zu uns herüberscufzen, dürf-ten mich wohl dazu bewegen. Vergebens sucht ihr die Freunde desVaterlands und ihre Grundsätze in der öffentlichen Meinung herab-zuwürdigen. indem ihr diese als „französische Revolutionslehren" undjene als „französische Partei in Deutschland" verschreit; denn ihrspekuliert immer auf alles, was schlecht im deutschen Volke ist, aufNationalhaß, religiösen und politischen Aberglauben, und Dummheitüberhaupt. Aber ihr wißt nicht, daß auch Deutschland nicht mehrdurch die alten Kniffe getäuscht werden kann, daß sogar die Deutschengemerkt, wie der Nationalhaß nur ein Mittel ist, eine Nation durchdie andere zu knechten, und wie es überhaupt in Europa keine Na-tionen mehr gicbt. sondern nur zwei Parteien, wovon die eine, Aristo-kratie genannt, sich durch Geburt bevorrechtet dünkt und alle Herr-lichkeiten der bürgerlichen Gesellschaft usurpiert, während die andere,die Demokratie genannt, ihre uiweräußerlicheu Menschenrechte vindi-ziert und jedes GeburtSprivilegium abgeschafft haben will, im Namender Vernunft, Wahrlich, ihr solltet uns die himmlische Partei nennen.