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9 (1898) Französische Zustände : 1
Entstehung
Seite
251
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Das Biirgerköuigtum im Jahre 1832. W1

Kiudcr niemals dauernde Zärtlichkeit bewiesen und die besten immerermordet hat. *)

Wir sind gesonnen, jedem Gerechtigkeit widerfahren zu lassen undvon Herrn Thiers nicht Dinge zu verlangen, die nicht in seinemWesen liegen und mit seiner Geschichte unvereinbar sind. Wir habenseinen Patriotismus gerühmt, wir wollen auch seine Genialität an-erkennen. Sonderbar genug ist es, daß diese heterogenen Vorzügein diesem Manne vereinigt sind. Ja, er ist nicht bloß ein patrio-tischer Franzose, sondern auch ein Mensch von Genie, und manchmal,wenn er zu diesem Bewußtsein gelangt, vergißt er sein beschränktörtliches Nativnalgefühl, es ergreift ihn die Ahnung eines, sozusagen,zeitlichen Weltbürgertums, und in solchem Momente sprach er einstdie merkwürdigen Worte: „Ich liebe mein Jahrhundert, denn diesesist ein Vaterland, das ich in der Zeit besitze."

XXXI.

Paris, den s>. März 1841.

Die Debatten in der Deputiertenkammer über das litterarischeEigentum sind sehr unersprießlich. Es ist aber jedenfalls ein be-deutendes Zeichen der Zeit, daß die heutige Gesellschaft, die auf demEigentumsrechte basiert ist, auch den Geistern eine gewisse Teilnahmean solchem Besitzprivilegium gestatten möchte, aus Billigkeitsgefühloder vielleicht auch als Bestechung! Kann der Gedanke Eigentumwerden? Ist das Licht das Eigentum der Flamme, wo nicht gardes Kerzendochis? Ich enthalte mich jedes Urteils über solche Frage,und freue mich nur darüber, daß ihr dem armen Dochte, der sichbrennend verzehrt, eine kleine Vergütung verwilligen wollt für seingroßes, gemeinnütziges Bcleuchtungsverdicnst!

Das Schicksal des Mehemed Ali wird hier weniger besprochen,als man glauben sollte: doch will es mich bedünken, als herrsche inden Gemütern ein um so tieferes Mitleid für den Mann, der demSterne Frankreichs zu viel vertraut hat. Das Ansehen der Franzosenim Orient geht verloren, und dieser Verlust wirkt auch mißlich aufihre oceidentalischen Verhältnisse-, Sterne, an die man nicht mehrglauben kann, erbleichen. — Als die amerikanischen Händel sich sobedenklich gestalteten, ward von englischer Seite die Ausgleichung derägyptischen Erblichkeitsfrage aufs emsigste betrieben. Frankreich hatteda leichtes Spiel, zum Besten des Paschas zu agieren-^); das Ministerium

*) In der französischen Ausgabe findet sich hier noch der Satz: „Oomms II

vvus stss üs es nsmdrs I" Der Herausgeber.

**) Statt der oben nachfolgenden Zeilen, heißt es in der Augsburger Allge-meinen Zeitung weiter: „wir wollen sehen, was für ihn geschieht und ob man