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9 (1898) Französische Zustände : 1
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160 Französische Zustande. I.

sei:Wie gehts, oitoxsn?"Ja, das ist synonym," sagt dannder König ganz trocken, und die Karlisten lachten. Hernach will sichGroßküken im Händedrücken üben, zuerst an einer Grisette, nachheram Baron Louis; er macht aber jetzt alles zu plump, zerdrückt denLeuten die Finger; dabei fehlt es nicht an Verhöhnung und Ver-leumdnng jener wohlbekannten Leute, die wir einst vor der Jnlins-rcvolution als Lichter des Liberalismus feierten, und die wir seit-dem so gern als Servile herabwürdigen. Bin ich aber sonst demInste-Milieu nicht sehr gewogen, so regte sich doch in meinem Gcmüteeine gewisse Pietät gegen die einst Hochverehrten; es regte sich wiederdie alte Neigung, als ich sie geschmäht sah von jenen schlechterenMenschen. Ja, wie derjenige, der sich in der Tiefe eines dunkelnBrunnens befindet, am hellen, lichten Tage die Sterne des Himmelsschauen kann, so habe ich, als ich in eine obskure Karlistcngescllschafthinabgestiegen war, wieder klar und rein die Verdienste derJuste-Milien-Lcutc anerkennen können; ich fühle wieder die ehemalige Verehrungfür den ehemaligen Herzog von Orleans, für die Doktrinäre, füreinen Guizot, einen Thiers, einen Rvyer-Collard und für einen Dnpinund andere Sterne, die durch das übcrflammende Tageslicht derJnliussonne ihren Glanz verloren haben.

Es ist dann und wann nützlich, die Dinge von solch einemtiefen, statt von einem hohen Standpunkte zu betrachten. Zunächstlernen wir die Personen unparteiischer beurteilen, wenn wir auchdie Sache hassen, deren Repräsentanten sie sind; wir lernen dieMenschen des Inste-Milieu von dem Systeme desselben unterscheiden.Dieses letztere ist schlecht, nach unserer Ansicht, aber die Personenverdienen noch immer unsere Achtung, namentlich der Mann, dessenStellung die schwierigste in Europa ist, und der jetzt nur in demGedanken vom 13. März die Möglichkeit seiner Existenz sieht; dieserErhaltungstrieb ist sehr menschlich. Sind wir gar unter Karlistengeraten, und hören wir diesen Mann beständig schmähen, so steigter in unserer Achtung, indem wir bemerken, daß jene an LudwigPhilipp eben dasjenige tadeln, was wir noch am liebsten an ihmsehen, und daß sie eben dasjenige, was uns an ihm mißfällt, nocham liebsten gonticren. Wenn er in den Augen der Karlisten dasVerdienst Hat, ein Bonrbon zu sein, so erscheint uns dieses Verdienstim Gegenteil als eine Isvis nots,. Aber es wäre unrecht, wennwir ihn und seine Familie nicht von der älteren Linie der Bour-bonen aufs riihmendstc unterschieden. Das Haus Orleans hat sichdein französischen Volke so bestimmt angeschlossen, daß es gemein-schaftlich mit demselben regeneriert wurde: daß es aus dem schreck-lichen Reinigungsbade der Revolution, ebenso wie das französischeVolk, gesäubert und gebessert, geheilt und verbürgerlicht hervorging; während die älteren Bvnrbvnen, die an jener Verjüngung nicht