5
i7
Land/ worauf er Gerste, Walzen, Roggen, Hafer, Buchweitzen und Klee zieht, undüber 50 Morgen Wiesest. Das Holz muß er sich von dem Herrschaft. Jager an»weisen lassen, und dafür iahrlich 10 Rthlr. Holzgeld zahlen. — Diese Mennoni,sten sind in ihrem Betragen sehr höflich und bescheiden, und befleißigen sich über»Haupt eines arbeitsamen und stillen Lebenswandels. Sie haben keine ordentlich»besoldete gelehrte Prediger, sondern ein ieder hat die Freyheit, in ihren Versamm»lungen aufzustehen und der Gemeinde die heilige Schrift zu erklaren, wenn er sich,wie sie sagen, von dem heiligen Geist infpirirt, fühlt. Im XVI. Jahrh. wurdensie in den Spanischen Niederlanden graßlich verfolgt. Man verbrannte diese guten Leute hundertweife. Man kann ihr aus dem Hollandischen übersetztes 1748.»und wiederum 1780 herausgekommenes Märtyrerbuch nicht ohne Rührung lesen.Der vollständige Titel dieses Werks ist folgender:
Der blutige Schauplatz oder Märtyrerspiegel der Taufsgesinntenoder wehrlosen Christen zc, in Holländischer Sprache herausgegebenvon D I- von Braght, nachwärts von der Brüderschaft zu Ephram inPensylvan en in's Deutsche gebracht und daselbst gedruckt worden A.1748- Nunmehro von der vereinigten Brüderschaft in Europa nachobiger Uebersetzung und Drucke auf's neue zum Drucke befördert. ImVerlag der vereinigten Brüderschaft 1780. Fol. i .Theil: 4Z2 Seitennebst 4 Seiten Register. 2 Theil: 821 Seiten nebst 7 Seiken Register und2. Seiten Nachrichten. Mit vielen Holzschnitten.
Dieses Werk ist gedruckt zu Hanau und kostet iv fl.
Dergleichen Bücher erhalten den Enthusiasmus der etwas dazu empfängst»chen Köpfe, und also die Religion selbst. Sobald einmal Gleichgültigkeit in einerReligionsparthey herrschend wird, darf sie sich keine lange Dauer mehr versprechen,wenn sie nicht von der weltlichen Macht unterstützt wird, wie bey der katholischenund protestantischen, reformirten sowohl als lutherischen, Religion wirklich der Fallist; denn bei) diesen Religionen wirkt der Enthusiasmus wenig, die politische Machtaber beynahe alles.
Wie alt das Schloß BraUNsberg sey, kann ich nicht sagen. Es war aberschon im XII. Jahrhundert eine Residenz. Schon Graf Bruno I. von Isenburg,der die älteste Tochter des Grafen Theoderichs von Wied heyrathere, befaß die»ses Schloß. Der am Z. May 1698 verstorbene Graf Friedrich II. V0N Wiedwohnte meistens auf diesem Schloß BraUNsberg. Nachher erhielt es feine vierteGemahlin, Conradine Louise, eine geborne Gräfin von Bentheim-Tecklenburg
c (geb.