Druckschrift 
3. Heft (1789) [Mit Prospekten ; nebst Zusätzen und Verbesserungen zum zweyten Heft]
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

fetttha! genannt, passiven, worin vor 20 Jahren eine schöne Sttdterey war. Ichhabe es als etwas besonderes angemerkt, daß in den nahe gelegenen Wäldern vielBelladonna, Fe//e?,/o?Ma I .MI1.) deren Blatter und schwarze süße Beeh-

ren sehr giftig sind, und der eßbare CorallenschwaMM 1. i n u.)

sehr häufig wachst.*) An dem Fuß des Berges fließt die Abach, die sich bey Nie»derbieber in die Wiedbach ergießt, vorbey, worin es viele kostbare Forellen giebt.Die hohen Waldungen sind, so wie überhaupt im Neuwiedischen, in dieser Gegendsehr schön.

Der Eingang des Schlosses ist im Rondel, der Hintertheil (Sa//s Com- auf derKupfertafel) aber viereekigt mir einem Bollwerk versehen. Es hat vier Stockwerke,wovon aber das erste ganz verfallen ist. Man bemerkt noch verschiedene Balken, esiuen Thorflügel, und die Ueberreste eines artigen Saales. Die Mauern sind 8 Fußdick, aus Schiefersteinen, auf einem bloßen Schieferfelsen aufgeführt. Die Femstergesimse sind aus Mühlstein.

Die neben dem Schlosse liegenden wirtschaftlichen Gebäude werden von esiuem Mennouisten bewohnt, der die umliegenden herrschaftlichen Ländereyen fürZOv Rthl» jährlichen Pacht gemiethet hat. Er hat gegen roo Morgen gebautes

Land

») Aonsi wachsen in diesen Gegenden, und an dem Wicdbachstrom überhaupt viele nützliche Arzncypflak-zen, z.B.

Valeriana vssicinalis Di»». Baldrian. Sehr häufig. Diese ist bekanntlich in allerhand Ner-ven - und rheumatischen Krankheiten, sogar in der fallenden Sucht selbst, ein ganz vortrefliche«Mittel, vorzüglich in Form eines PulvcrS, taglich zwcpmal zu zc> Gran, genommen.!

Digitalis Purpuren Di»». Rother Fingerhut. Ebenfalls sehr häufig, so daß manche Berge zurBlüthezeit dieser schönen und herrlichen Pflanze damit wie tapezirt sind. Sie ist ein vortrefli-ches Mittel gegen die Lvassersucht, entweder den Tag zweymal zu a. bis ? Gran in einem Pul-ver, oder in einem, Löffelweise alle z Stunde» zu nehmenden Aufguß, (aus einem Quentchen dergetrockneten Blatter und z Unzen siedenden Wassers,) gegeben; erfordert aber einen sehr discre-ten Gebrauch. Mau kaun hierüber Wichelings vortrcfliche Abhandl. von dem Rothen Fin-gerhut, (Lcipz. i?86.) nachlesen. Ich selbst habe verschiedene dürftige Kranken durch Hülfe die-ses außerordentlichen Mittels von der Wassersucht befreyt. Im Vorbeygcben darf ich auch denLöwenzahn sDeonroäon Naraxscum Di»».) in dieser Krankheit als ei» herrliches urintrei«bcndes Mittel empfehlen. Von dem starken Decoct, (aus sLoth der friscfien Wurzeln und 2 Pf.Wasser bis zur Hälfte eingekocht) habe ich die besten Wirkungen gesehen. Es muß aber wenigsten«8 bis 14 Tage fortgesetzt werden.

Lnluia ßlunuola Di«». Wilde Salben. Ein neues, in die Apothecken noch nicht eingeführtenMittel, welches aber in Nervenkrankheiten, Rheumatismen, in katarrhalischen, feuchten Hustenund selbst in der daraus entstandenen Auszehrung die erwünschtesten Dienste leistet. Die Blätterwerden entweder als Thee getrunken oder mit Milch gekocht. Man pflegt die

Veronica olftLinaliz. Di«». Ehrenpreis, iuznsctzeu; welche Pflanze eine gelinde stärkend» ml?urintreibende Kraft hat.