Erste Kupfertafel.Aussicht nach dem Lustschloß Röttgen.
öttgen oder Herzogsfreude ist ein Churfürstlich - Cöllnisches Jagdschloß,und liegt eine Meile westwärts Bonn. Der Weg geht über Poppelsdorf.Man findet in der Gegend Versteinerungen/ Mergel und Pfeifenerde. Die Ge-gend ist sehr angenehm; und da sie sehr hoch liegt/ so genießt man der prächtig-sten Aussichten. Dieses Jagdschloß wurde von dem Churfürsten Clemens Au-gust erbaut. Dieser prachclicbende Fürst war ein leidenschaftlicher Liebhaber derJagd/ und besonders der Parforcejagd. In diesen Gegenden pflegte er mehrereTage daurende Jagden anzustellen; und dann übernachtete er/ so wie seine Cava«liere und Hofleute/ in einem Zelt. Seiner Jagdliebe soll dieser Fürst es zu verdan-ken gehabt haben/ daß er sich durch einen Sturz vom Pferde dermaßen beschädigte,daß er im 1.1761. den 4.Febr. zu Ehrenbreitstein, einem gegen Coblenz am rech-ten Rheinufer liegenden damaligen »ch Refidenzschloß der Churfürsten von Trier, plötz-lich starb. Die Sage gieng, er sei) vergiftet worden. Als man aber den entseel-ten Körper öfnete, fand man ein Geschwür an der Milz, dessen plötzliches Aufbre-chen diesem unvergleichlichen Fürsten den Tod verursacht hatte.— Dieses Schloßist nach Italienischer Art gebaut. Es hat ein plattes mit Kupfer bedecktes Dach,worauf man herumgehen kan, und wovon man die herrlichsten Ausfichten hat. Dieinnere Pracht soll zu den Zeiten des Erbauers ganz königlich gewesen seyn. Der-selbe hielt sich oft so lange hier auf, daß sogar mehrere seiner Edicte von hier aus
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Jetzt residirt der Churfürst von Trier in seinen« vor einigen Jahren neu nach Französischer Art er-bauten prachtigen Schloß in Coblenz selbst, «vovon diese Stadt vielen Nutzen hat.