nach ihrer Klugheit und Beredsamkeit, daß er doch aus Mitleid gegen das armeVolk,, damit nicht das ganze Land durch Krieg verheert würde, abdanken, und demneuen Erzbischof weichen möchte.
Hermann erließ also den 25 Jan. 1547 allen seinen Unterthanen den Eidder Treue; und sein ehemaliger Coadjutor, den er allzeit brüderlich geliebt hatte,folgte ihm in der Regierung. Dieser setzte die Religion im ganzen Lande wiederauf den alten Fuß, und vernichtete alle neue Einrichtungen, die Bucerus ge»macht hatte.
Hermanns Bruder, Graf Friedrich von Wied, hatte 1532 das BistumMünster freywillig abgedankt, lind sich aus Liebe zur Ruhe auf seine Probstey nachBonn begeben. Diese Probstey verlor er; und Joh. Groppel.' erhielt sie. Ebendieses widerfuhr dem Cöllnischen Domprobst, Grafen von Swlberg, einem eifrigenFreunde und AnHanger des entsetzten Erzbischofs.
Hermann begab sich hierauf nach Altewied, machte, obgleich er Alters halsber nicht mehr schreiben konnte, daselbst den ig Jul. 1552 sein Testament, und starbden 15. (nicht, wie SleidtlNUs sagt, den ig.) August desselben Jahrs auf ebendiesem Schloß eines sanften Todes, im 76 Jahr seines Alters. Sein Grabmal istin dem Chor, der, eine halbe Stunde unterhalb Altewied gelegenen, Dorfkirche zuNiederbieber, und besteht aus einein 12 Schuh laugen und 6 Schuh breiten, hosrizontal liegenden Stein mit seil em Wappen und der halb ausgetretenen Umschrift:
IllW.^XlVVZ V NWtP kWl'.C st«5 VULIM sMo-
st7oto^ O0MMI 1515.
MLVskVWGK NbAVLIL. 1532 LULLI?
ZsD 1547. 0LII1'
1552. VIL 15. ^ V<3V81I VLK foZ
76.
Zur Rechten ist seines Vaters und zur Linken seiner Mutter Grabmal.
Hermann starb so, wie er es gewünscht hatte; denn er hatte oft gewünscht,entweder seine Reformation durchzusetzen oder als Privatmann zu leben. Wennihn seine Freunde erinnerten, daß er sich durch seine Religionsverbesserung einenunendlichen Haß zuzöge, pstegte er zu antworten: Es könne ihm nichts UuvermuchesteS begegnen; er habe sich schon langst auf alle Falle gefaßt gemacht.
Er war, selbst nach dem Zeugniß seiner Gegner, einer der löblichsten Regensten. Amold Meshvs nennt ihn (blisi. Oekectionis et kclsilmatis Isermaimi etc.Lol. it)2O. p. 89.) einen sehr löblichen Fürsten Er ges
noß