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3. Heft (1789) [Mit Prospekten ; nebst Zusätzen und Verbesserungen zum zweyten Heft]
Entstehung
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und gegen die vom Leo X. gegen Luthern und seine Aichanger ergangene Censurvielfach vergangen habe, aus der Gemeinschaft der Kirche. Er erklarte ihn auchseines Erzbistums und aller seiner übrigen Pfründen, Vorrechte und Einkünfte ver«lustig, verbot seinen Unterthanen, ihm ferner zu gehorchen, entließ sie des ihm gelei»steten Eides der Treue, legte ihm ein. ewiges Stillschweigen auf, und verdammteihn endlich in die Erstattung der Proceßkosten. Dieses Urtheil wurde zu Ron?im August gedruckt.

Hermann erfuhr sein« Excommunicatlon erst den 4. Nov. Er gab einige Ta»ge nachher eine Schrift heraus, worin er die Ursachen entwickelt, warum er denPabst, den man schon langst der Ketzerei) und der Abgötterei) beschuldigt habe,nicht für einen Richter erkennen könne, und appellirt von ienem Urtheil an einerechtmäßige deutsche Kirchenversammlung ; sobald diese angefangen würde, wolle erseinen Procesz gegen den Pabst fortsehen.

Der Pabst übertrug das Cöllnische Erzbistum dem Grafen Adolf V0N SchaUskttburg, (den sichHermann vorhin zumCoadjutor gewählt hatte,) schickte ihn: 1547darüber ein Diplom, und ermahnte die Stande, daß sie ihn für ihren Erzbischoferkennen sollten. Dabey übertrug er dem Kaiser sehr dringend die Epecution desUrtheils.

Da aber Hermann auf verschiedene Erinnerungen antwortete, er könne vonder einmal angefangenen Reformation mit gutem Gewissen nicht abstehen, sandteder Kaiser den Philipp LalaiN, Gouverneur von Geldern, und den RechtsgelehrtenViglius Awichem nach Cölln, wodurch er die Landstande dahin berufen und ihnenbefehlen ließ, daß sie den Hermann verlassen und dem gewesenen Coadjutor, alsihrem nunmehrigen Erzbischof, alle Treue und Gehorsam leisten sollten.

Das Domkapitel verstand sich hiezu, wie man denken kann, sehr leicht. Aberdie Grafen, die Ritterschaft und zwar die vornehmsten unter derselben, und die stad»tischen Depurirten Wandren ein, daß es ihnen nicht frey stehe, einen Fürsten, demsie so lange gedient, der sie fo viele Jahre gut und weife beherrscht habe, unddem sie den Eid der Tnue geleistet hätten, zu verlassen.

Bei) diesen Schwierigkeiten schickte der benachbarte Herzog V0N Cleve, umgrössere Unruhen zu verhüten, seine Rathe als Vermittler dahin. Diese bewogen,nach langen und fleißigen Unterhandlungen, endlich das Domkapitel so lange zurRuhe, bis die übrigen Stande dem Erzbischof die ganze Lage der Sache eröffnethatten. Man schickte also die vornehmsten ans dein ganzen Adel, die Grafen Theo-dor yon Manderscheid nnd Wilhelm von Neuenar. Diese überredeten ihn

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