dem Vorsitze des Domprobsts, Herzogs Georg vonBraunschweig, eine Verstimm»lung, worin sie den Erzbischof der Lehre des D.Luthers, der doch 152z, zu Wormsvon allen Reichsfürsten in die Acht sei) erklart worden, beschuldigten und zu verkla-gen beschlossen. Herinann gab zwey Schriften zu seiner Vertheidigung heraus.Lr habe, sagt er darin, mit LutheM und Bucem kein einziges Privatgeschäft; erhalte aber ihre Lehren für übereinstimmend mit der heiligen Schrift; Luther sei)zwar verdammt worden, aber ohne daß man seine' Verantwortung angehörthabe/ gewaltsam und tyrannisch, und er habe, für seine Person, an dieser Verdam-mung nie Ancheil genommen. Hatten seine Räthe vielleicht gegen seine Befehle ge-handelt, so sey dieses seine Schuld nicht; kein Versprechen, kein Eid schwur könneihn gegen die erkannte Wahrheit verbindlich machen; den BucMts habe er vor-züglich auf Groppers Anrathen kommen lassen, und er habe nichts an ihm gefun-den, das eines rechtschaffenen Mannes unwürdig wäre. —> Den 18 Nov. berief dasDomkapitel die übrigen Stände nach Cölln, damit sie die Anklage gegen den Erz-bischof unterzeichnen möchten. Hierum ersuchren sie ebenfalls die Bischöfe derProvinz und einige auswärtige Universitäten. Dieienigen aus ihren, Capitel, die sichweigerten, wurden abgesetzt und ebenfalls hart verklagt.
Diese Am uosirär des Domkapitels, womit sich die Cöllnische Universität ver-e inigt hatte, läßt sich leicht erklären, wenn man bedenkt, daß der Kaiser Carl V. undder Pabst Paul III- ihre Hände mit im Spiel hatten, und das Domkapitel bestän-dig anmahnten, sich dem Erzbischof zu widersetzen. Den 9. Aug. 154z schrieb derKaiser, (von Mainz aus,) an den Rath zu Cölln. Er habe gehört, gewisse Pre-diger wollten sie von ihrer alten Religion abwendig machen; er lobe sie wegen ihrerSündhaftigkeit und ermahne sie dabei) zu verbleiben; wogegen er sie seiner beson-dern Gnade versichert. In einem ähnlichen Ton schrieb der Pabst an den Cöllni-schen Rath. Den 1. Irin, desselben Jahrs schrieb der Pabst dem Cöllnischen Dom-kapitel einen ausserordentlich schmeichelhaften Brief, worin er ihm für ihre uner-schütterliche Sündhaftigkeit gegen den Erzbischof dankt, den er einen gottlosen Erz-kctzer (»NM» nennt, der des Erzbischöfllchen Namens nicht Werth sey;
sie möchten ihn nicht als ihren Hirten, sondern als ihren Feind betrachten ; er wolleihnen mit Rath und That immer beystehen. Dieser, Brief schickte Johann Pog-gl 'Us, pabstlicher Legat beym Kaiser, den 25 Aug. von Mainz aus.
Kurz darauf nahm der Kaiser, wegen der damals herrschenden FranzösischenUnruhen seinen Weg von Mainz zu Wasser über Bonn. Dan,als waren Butt'r,und der neulich von Straßburg dahin berufene Caspar Hedio, wegen der Spanier,
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