man müsse rin so frommes und heilsames Werk anfangen. Hermann ließ eineSchrift verfassen, die er dein Domkapitel zuschickte; und bat sich dessen Meynungdarüber aus. Als aber die Antwort ausblieb, berief er von Straßburg den, ihmvom Joh. Gropper allzeit sehr empfohlenen Martin Bucerus. Dieser kam imDec. des I. 1542 nach Bonn/ und fieng das folgende Jahr an, öffentlich zu lehren.Hermann berief auf den 15 Marz seine Stande aufs neue und bat, sie möchtensich über eine gottgefällige Kirchenverbesserung berathschlagen. Da aber das Dom»kapitel zu diesem Geschäft Niemand ernannte, baten die übrigen Stande den Erz»bischof inständigst, er möchte hiezu, nach seinem GutfmdeN, taugliche Männerwählen. Hermann übertrug dieses Amt dem Bucerus und befahl ihm einen neuenKatechismus zu verfassen, ließ auch den Philipp MeltMchthvN aus Sachsen undden Johann Pistorius aus Hessen kommen. Den Bucerschen Katechismus schickteer an das Domkapitel, und bat, man möchte die darin enthaltenen Sätze wohl er»wägen. Auf den 22. Inn. sichrieb er einen andern Landtag aus, und übergab denStänden das Reformationsbuch, mit dem Ersuchen, ein ieder Stand möchte einigeaus seinem Mittel wählen, welche dasBuch durchlesen sollten, damit eine Reforma»tion zu Stande käme. Aber das Domkapitel drang darauf, daß Bucerus unddie andern neu angestellten Volkslehrer vorher abgeschafft würden, und foderte einelängere Bedenkzeit. Hermann gestattete ihm die verlangte Frist, weigerte sichauch nicht, den Bucerus und die übrigen Lehrer abzuschaffen, wenn man sie einerfalschen Lehre oder eines unerbaren Wandels überzeugen könnte. Das Domka-pitel gab inzwischen eine Widerlegung unter dem Titel: heraus. Inder Vorrede sagen sie ausdrücklich: Sie wollten lieber unter Türkischem Gebietleben, als. unter einer Obrigkeit, welche die vorgeschlagenem Kirchenverbesse-rung gut heiße und beschütze. Johann Gropper, der, nebst dem Kanzler Bern-hard Hagius, von dem Erzbischof zur Gegenparrhey übergegangen war, soll derVerfasser dieses mit vielen Schmähungen angefüllten Buches seyn. (Beyde hattenfette Präbenden und fürchteten vielleicht, bey der Reformation einen Theil derselbenzu verlieren.) Bucerus verlangte eine, nach den Sitten der damaligen Zeit, öffent-lich anzustellende Disputation; und Philipp Melanchthon schrieb fürBucew einekleine Verteidigung, worin er den Gegnern Bescheidenheit und Wahrheitsliebeempfahl. — Das Domkapitel verlangte 1544 durch Deputirte und Briefe vondem Erzbischof, er möchte die neuen Prediger abschaffen und die Entscheidung eineranzustellenden Kirchenversammlung abwarten; sonst wären sie genöthigt, ihn beydem Kaiser und Pabst, obwohl ungerne, zu verklagen. Aw 9. Dct. hielten sie, unter
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