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Zu welcher Zeit Altewied erbaut worden, ist mir unbekannt. Es ist aber umstreitig eines der ältesten Schlösser und die älteste Residenz in der ganzen Grafschaft.Da sich die vornehmen Herren in dem Mittelalter bloß von ihren Residenzen zuschreiben pflegten, und schon im XI.Jahrh. GrafMtttftied vonWied vorkommt:so ist ganz vernünftig zu schließen, daß damals schon zu Altewied eine Grafliche Re-sidenz gewesen. Die Kinder des Grafen Brunos I. erbten von ihrer Mutter Bru«der Lothar und andern Anverwandten das Schloß (Laftrum )Vie6e) nebst denumliegenden Gegenden. Noch gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts residirreHieselbst Graf Georg Hermann Reinhard, Stifter der Wied - Runkelschen Li»nie, und starb daselbst den 7. Inn. 1690.
Der Cöllnische Erzbischof und Churfürst Hermann V. beschloß hier sein rühm«volles Leben. Er war ein Sohn des Grafen Friedrichs I. von Runkel und derGrasin Agnes von Virnenburg und Saffenberg. Im I. 1476. erblickte er zu,erst das Licht der Welt. 150S ward er Domherr zu Cölln, und ,515 zum Erz-bischof und Churfürsten erwählt; von welchem Jahr man eineSilbermünze mir derJahrzahl 151^ d. i. 1515 von ihm hat, (welche ich selbst besitze.) Im I. 1520half er die Rheinische Churfürstenvereinigung zwischen Mainz, Trier, Cölln undPfalz errichten, und in dem nämlichen Jahr den 22. Oct. Kaiser Carl V. zu Aa-chen krönen. — Anfangs war er sehr gegen die im I. 1517 von D. MartlN Lu-ther angefangene Reformation eingenommen. Als nun dieselbe auch zu PaderbornEingang fand, erwählte das dortige Domkapitel, nach dem Tode des Bischofs, un-fern Hermann zum Administrator des Bistums. Er kam daher 15Z2 mit vie-ler
in Urkunden) von Cölln einen, (von dem Bruder Johann, Guardian der Minoriten und dem Vrn-der Albrecht, Prior der Prcdigcrbrüder in Cölln beurkundeten) Vertrag, worin sie dem Erzbischof unddemDomkapitel zu Colin (Gesuchte van Cölne) ihre Burg zu Wied (das Churcöllnische Altewied) nebstden Dörfern und Kirchsprenkcln Linz, Windhain (letzt Windhagcn) Neustadt, Asbach und Nosbach, mitallen, was dazu gehörte, gegen zo.OMark Cöllnischcr Pfennige, (Cölscher Pennize) die Mark zu 12 Schil-lingen gerechnet, jährlicher Einkünfte zum Besch einräumte.— Der Erzbischof war ihr auch 1040 AachncrPfennige (Echsche Penninge) schuldig, wovon er ihr gvo Hey der Bcschnehmung ihrer Güter auszahlensollte. Von den übrigen 740 Mark sollten ihr alle Jahre hundert Mark ausgezahlt werden, bis dieganze Schuld getilgt wäre. — Die Gräfin behielt sich aber vor ihre Burg Neuerburcz (letzt einChurcöllnischcs Amt dieses Namens) und das Dorf Waldbrcitbaeh (z Stunden von Neuwied an derWicdbach;) ferner Sechten und Gielsdorf, am linken Rheinnfcr unweit Bonn, und alles auf dieserlinken Seite des Rheins ihr zugehörige. Auch belehrt uns die nämliche Urkunde, daß sie das (noch eck-jiircnde) Deutsche Haus zu Waldbreitbach, das Gotteshaus und Spital zu Hcisierdach (die jetzige Ab-tey) und die Kirche zu Neustadt beschenkt habe. Dem Deutschen Hause zu Waldbrcilb.'ch vermachte sie«uch in ihrem im I. -280 verfaßten Testament ihr Gut zu Ncucrburg.
Diese Gräfin Mechtildis war aus der Nachkommenschaft des Grafen Theoderichs von Wied.