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3. Heft (1789) [Mit Prospekten ; nebst Zusätzen und Verbesserungen zum zweyten Heft]
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den Himmel sehen kan. An diesen Gewölben hangt ein salpeletarti'ges , bitterund etwas erdigt schmeckendes Mauersalz in dicken Zapfen; Tropfstein, womit esÄhnlichkeit hat, ist es aber nicht.

Ich maß die Dicke der Mauern. Die Mauer ist im ersten Gewölbe, vonunten an gerechnet, 17' Rheinl. Fuß, im zweytM 16 - Fuß, und im dritten 12.Fuß und 2 Zoll dicke.

Die Herren in dem Kloster behaupten, dieser Thurm habe zu einer Vestungund Retirade zu den Zeiten des Faustrechts gedient, und sey (Zu«

fluchts» Thurm) genannt worden. Das ist sehr wahrscheinlich.

Dieser Thurm scheint beym ersten Anblicke ganz rund zu seyn, ist aber eigent»lich achteckig gebaut.

Der bey Ehrenstein vorbeyfließende Bach ist der Mehrbach, der sich gleichunterhalb Ehrenstein in die Wiedbach ergießt.

Merkwürdig ist es, daß Ehrenstein so tief und ostwärts von Gebirgen so ein»geschlossen liegt, daß man dort den ganzen November, December, und Januarüber keine Sonne sieht. Wegen der grossen Tiefe ist dieses Thal auch sehr feuchtund im Winter nicht gesund. Daher dessen Bewohner, besonders im Kloster, zndieser Jahrszeit allerhand Unpäßlichkeiten ausgesetzt sind. Im Sommer ist es aberdaselbst sehr angenehm.

Vierte Kupfertafel.

Aussicht nach dem Schloß und der Stadt Altewied unweit Neuwied.

Asltewied ist das Stammhaus der ietzt lebenden Grafen und Fürsten von Wied.^ Es liegt in einem anmuthigen Thal am Wiedbachsirom *) Die Burg undder Flecken sind fast ganz von ihm umschlossen und zwar auf eine so wunderbareArt, daß der Fluß, gleich dem Phrygischen Mäander, in sich selbst zurückzukehrenscheint: In kegus revortitur amnis.Dieses ist auch auf dem Kupfer ange»zeigt, wo hinter dem Schloße der Lauf des Stroms angedeutet wird. Das Rau»

a z sehen

») Die W-edbaeh, Wi-d, Wcdcn, Weda entspringt ju Drevfclden ^ Stunden von Hachenburg, fließt inMäandrischen Krümmungen durchs Hachcnburgische, durchs Cöllnischc, und ergießt sich eine Halbs Stün-de unterhalb Neuwied bey Irlich in den Rhein. Dieser kleine Fluß macht überhaubt eine» Wegvon -z Stunde».