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3. Heft (1789) [Mit Prospekten ; nebst Zusätzen und Verbesserungen zum zweyten Heft]
Entstehung
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stmckae (ürucis. Anfänglich war es nur auf 6 Geistliche gestiftet. Jetzt aber istes so angewachsen, daß es mit dem Prior i z geistliche Herren hat. Von demSchloß gieng ehedem ein, ietzt vermauerter, Gang in die Kirche, wodurch die Herr»schaft zu gehen pflegte, wenn sie dem Gottesdienst beywohnen wollte. Es liegen auchverschiedene Herren und Frauen von Nestelroöe in der Kirche begraben, unter an«dem die Stifter des Klosters, Bertram von Nejsclrode und seine Gemahlin Mar<-garetha von Uetgenbach. Alle Morgen wird auch die erste Messe für die Stiftergelesen; und diese darf nicht unterlassen werden.

Das Schloß wurde noch am Anfang dieses Jahrhunderts von einem Jagerbewohnt. Jetzt ist es aber ganz verfallen. Man sieht noch Spuren der Herrschaft»liehen Sale, des Brauhaufes, der Gesindestube, verschiedene Kamine, einige vesteThürme und einen grossen, allenfalls noch brauchbaren gewölbten Keiler, dessen Mau»ern 5. Fuß dick sind. Die Außere Schloßmauer ist 15 Fuß dick. Jetzt wachsenauf dem Schloß viele Obstbaume; und ich erinnere mich nirgend mehr Merzviolengefunden zu haben, als eben auf diesem verfallenen Schlosse. Im Frühling ist derBoden ganz damit bedeckt, und die Luft mit dem herrlichsten Wohlgeruche erfüllt.Das Schloß steht auf einem mitten im Thal sich erhebenden, festigten Hügel, voneiner sehr harten Art Schiefer, von welchen Steinen auch die fast unzerstörbarenSchloßmauern erbaut sind. Der Burgfrieden war ehedem mit Mauern und Thür«men umgeben. Diese sind aber ietzt, bis auf wenige Reste, zerstört, indem man dieSteine zum Bauen gebrauchte; welches nunmehr der ietzige Herr verboten hat.Innerhalb des Burgfriedens wohnen zwey herrschaftliche Pachter und der Jager.

Nordwestwartsvon dem Schlosse liegtauf einem Berge ein verfallener Thurm,Auf diesen konnte man sonst durch einen unterirvischen, in lebendige Felsen gehauenen,ietzt aber eingestürzten, Gang steigen. Wenn man ietzt in den Thurm hinein will,muß man den Berg hinauf gehen, und durch ein langlichtes Loch, platt auf der Er»de und auf der rechten Seite liegend, mit grosser Mühe hinein kriechen. Ist manhineingekrochen, so befindet man sich in einem Gewölbe, das ungeheure dicke Mauern,und einige Taglöcher hat. Au den Füssen erblickt man ein tiefes Loch, das Endedes oben angeführten unterirdischen Ganges. Ueber dieses Loch muß man mit»he und Gefahr springen, um auf die Treppe, und durch Hülfe dieser in das zweyteund dritte, dem ersten ahnliche Gewölbe zu kommen. Von dem dritten kommtman endlich oben auf den Thurm, worauf verschiedene Gesträuche und selbst grosseBaume wachsen. Durch alle drey Gewölbe geht in der Mitte ein viereckigtes Loch,so, daß man, wenn man in dem untersten Gewölbe steht, durch alle drei) Gewölbe

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