Eben so weit nordwestwärts von Neuwied liegt auf einem hohen Berge, amrechten Ufer des Wiedbachs, der sogenannte Haynerhof oder H/ont?-Ho5, ein fürst,liches Lustschloß mir einem herrlichen Lustwald, wo sich der Hof im Herbst meistensaufzuhalten pflegt. Von diesem Berge hat man die reißendsten Aussichten indie umliegende Gegend, vorzüglich in ein nahe gelegenes Thal, Friedrichsthal ge»nannt, worin ebenfalls ein kleines Lustschloß befindlich ist. Der Lustwald von st/ont-reM ist mit vielen Jrrgangen durchschnitten, und mit kleinen Einsiedeleyen, Grab»malern und dgl. geziert. Daher Fremde, die nach Neuwied kommen, ihn meistenszu besuchen pflegen.
Das hohe Gräflich «Wiedlsche ( ießt Fürstliche) Haus ist gewiß eines derältesten Reichsständychen Hauser in Deutschland. Eine kurzgefaßte Nachricht vondemselben wird meinen Lesern vielleicht nicht unangenehm seyn.
Der Ursprung der ältesten Grafen von Wied ist unbekannt. Erst imJ- 109zlind 1112 *) kommt
I.) Mettfried oder Meffried Graf VON Wied vor. Er hatte einen Bru-der, der den am linken Rheinufer, in der Gegend von Andernach, gelegenen Tbeilder Grafschaft Wied besaß und RichwlN von Kempenich hieß, von einem Schlossedieses Namens, unweit des Klosters Laag oder Lach (von istacu5) Eine gewisseDame, Namens Osteriind, aus der Familie des Herzogs Heinrich VVN Sachsen,war Mettfrieds Gemahlin, mit der er drei) Sohne und eine Tochter erzeugte. Einervon diesen Söhnen wurde zumErzbischofvvnEölln erwählt und führte den NamenArnold LI. Er krönte Kaiser Friedrich I. und dessen Sohn Heinrich, starb den14. May 1 156. und ward in dem von ihm gestifteten Kloster Rheindorf begraben.In Urkunden von den Jahren 115L und 1190 kommt
II) Theoderich Graf zu Wied vor, ein naher Anverwandter des GrafenMettfried, welchem er in der Regierung folgte. Seine Gemahlin ist unbekannt.Er hatte vier Söhne und zwey Töchter. Die älteste, deren Namen nicht genannt ist,vermahsse sich mit
III) Druno I. von Isenburg. Sie erbte von ihrem Vater nichts, sondernward, wie eine im I 1190 von dem Erzbischof Philipp zu Cölln bestätigte Ur-kunde ausweist, mit Geld (statuta et siata xecuma) abgemacht. Brunos I- Kim
der
*) In einer Urkunde Kaiser Friedrichs l. datirt von Regensburg den -z, Sept. nz6. kommt auch einBurkhart von Wide und seine Schwester, die Aebtissin Hadewig vor. S. Kremers akad. Bey»trage, » Band, Mannh. 1776, 19. Urk.