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3. Heft (1789) [Mit Prospekten ; nebst Zusätzen und Verbesserungen zum zweyten Heft]
Entstehung
Seite
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kann ihnen daher/ ohne Gefahr betrogen zn werden/ abkaufen/ was es nur immer

will. Dabey sind ihre Fabrik - und Kunstproducte von vorzüglicher Dauerhaftig-keit und Güte. Auch ist ihre Bescheidenheit/ Sittsamkeit und Reinlichkeit merk-würdig. Ihre Kleidungen und Wohnungen sind zwar ganz bürgerlich und einfach;aber überall herrscht die äußerste Sauberkeit und Genauigkeit. Ihre Stundensind eingetheilt; und sie müssen/unter ander»/ zur Erhaltung ihrer Gesundheit rag-lich ein paar Stunden spazieren gehen; welche Einrichtung sehr löblich ist. Siedürfen bei) ihren Spaziergangen zwar in Weinhäuser gehen/ aber nicht spiele»/auch nicht mehr als einen Schoppen oder ein Quart Wein trinken; welches Gesetzsehr vernünftig ist/ weil dadurch allen 'Unordnungen und Ausschweifungen/ die ausdem Spiel und Trunk zu entstehen pflegen, einmal für allemal vorgebogen wird.

Ungeachtet der in Neumied herrschenden grossen Aufklärung ist sie doch beydem Pöbel noch nicht eingedrungen. Der nunmehro seit ein paar Jahren verstor-bene reformiere Prediger Doby, ein rechtschaffener'Mann, war Freymaurer undastumonier bey der Neuwieder Loge. Auf dem Johannisftst 178Z. sammelre erim MaM'cl'M'Nat bey der im Balhaus gehaltenen grossen Tafel, (wobey, wenn ichnicht irre, der Hof selbst zu erscheinen sich gnadigst herabließ,) die Almosen. Derneugierige Pöbel sah dieses durch die Fenster des Balhauses; und nun wollte Nie-mand mehr seine Predigten anhören. Man schikanirte und verleumdete diesen wür-digen Mann auf die abscheulichste Art, und wollte ihn gar abgesetzt wissen. Doch,er lebt nun in einer bessern Welt, wo ihm das Geschrei) eines wüthenden abergläu-bischen Pöbels nicht mehr zu Ohren kommen wird !

Eine halbe Stunde oberhalb Neuwied liegt die Norbertkner - Abtey Rom--Wersdorf, vormals Graflich-Wiedischen/nunmehr aber Ehurtrierischen Gebiets. Esfinden sich darin viele Grabmäler der alten Grafen von Wied. Der Garten istauch recht anmuthig und man hat aus demselben eine prächtige Aussicht in die um-legende Gegend.

Eine halbe Stunde nordwärts Neuwied liegt der RüfselsteiN, wo viele Eisen-hammer sind, die bestandig getrieben werden. Sie gehören Herrn Remy undComp. zu.

Eine halbe Stunde weiter ist das Dorf Oberbieber, wo eine Papiermühleund ein Kupferhammer anzutreffen sind.

Ungefehr 2 Stunden von Neuwied liegt das Schloß und Städtchen Altewied/die ehemalige Residenz der Grafen von Wied.

Eben