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3. Heft (1789) [Mit Prospekten ; nebst Zusätzen und Verbesserungen zum zweyten Heft]
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Die hier eingeführte allgemeine Toleranz schließt keine einzige Religion aus.Man hat hier Katholiken EvangeliÄ) - Lutherische/ Reformirtö/ Mennoni«sken, Mährische Brüder oder Herrnhuter, Juden / und, wenn es sonst noch ir»gendwo eine Secte giebr. Die resvrmirte Religion ist die herrschende; zu dieserbekernt sich der Fürst; die Fürstin aber ist Augsburgischer Confession, DieEvan»aelisch«Lutherische Gemeinde bediente sich sonst der resormirten Kirche zu ihrem

Gottes«

Sollte der Stand eines Zöglings bey scincni Eintritt in das Erziehungshaus schon bestimmt seyn,so wird man vorzüglich darauf Rücksicht nehmen, ihn besonders auf denselben vorbereiten, ihn- die amgenehme und unangenehme Seite, welche gewöhnlich mit diesem Stande verbunden ist, genau schildern,damit er sich küns ig in dein bannt verbun encn Guten glucklich suhle, aber kein Elysium darum er-warte, sondern auf das Unangenehme vorbereitet, dasselbe mannlich ertragen lerne. Auf diese Art kanner nicht, wie es bey den meisten Menschen der Fall ist, von dem Unangenehmen dieses Standes unver-muthet überrascht, und auf Zeitlebens dadurch mehr oder weniger niedergedrückt werden.

Durch Beybringuug männlicher, auf wahre Religion gegründeter Grundsätze, durch Stärkung desKörpers, durch Bekanntmachung mit der Welt, und sonstigen zweckmässigen Unterricht, hoffen wir, wonicht unser» Zweck ganz zu erreichen, ihm doch wenigstens, da die Kenntnisse eines Erziehers immersteigen, immer naher zu kommen.

Der hiesige Ort vereinigt viele wesentliche Umstände zum Behuf einer solchen Anstalt. Jeder-mann kennt seine so gesunde als angenehme Lage an den Ufern des Rheins. Die Straßen sind breitund gerade; die Stadt hat weder Graben noch Mauern ; so daß hier allgemein eine durchstreichendereine Luft herrscht. Wenn auch die ganze Gegend von ansteckenden Krankheiten ist heimgesucht wor-den, so hat sie sich doch äußerst selten bis in unsere Stadt verbreitet.

Aur gesunden Lust gesellt sich hier ein vortreflich reines Wasser. Unser Brod hat sich durch seineGüte einen vortheilhaften Ruf bis nach Holland erworben. Gemüse, Obst, Wein zc. kann man hiervon sehr guter Art, und gewöhnlich in grosser Menge haben.

Es ist ferner allgemein bekannt, wie sehr die weisen Grundsätze des regierenden Hauses über Ge-wissens - und Handels - Frcyheit unter ander» eine Menge Künstler und Fabrikanten angezogen, undnoch immer anziehen, so daß unsere Zöglinge anschauliche Begriffe davon in den Werkstätten selbst sichsammeln können.

Die Gnade des regierenden Hauses erstreckt sich so weit, daß unsere Zöglinge freyen Eingang indie herrschaftlichen Gärten haben' die Spiele, welche darinn angebracht sind; die herrschaftlichenSchiffe ni kleinen Lustreisen auf dem Rhein; die Jagd unter Aufsicht der Kunstverständigen :e. beuü-tzcn dürfen. Sogar nimmt der junge Herr Erbprinz Theil an unfern Lehrstunden, und unsere Zöglin-ge erscheinen öfters am Hofe, wodurch sie unter andern Vorthcilen in einem edeln ungezwungenenAnstand der gesitteten Stande geübt werden.

Im Winter haben wir hier gewöhnlich Schauspiele, Concerte und Tanze, woran unsere Zöglin-ge unter Aufsicht und mit der nöthigen Einschränkung Antheil nehmen können.

Um Ordnung, Reinlichkeit und strenge Aussicht im Ganzen erhalten zu können, ist die Anzahlder Zöglinge nur auf 16 vestgesetzt.

I. Physische Erziehung.

Nahrung.

i) Frühstück. Obst, Brod und frisches Wasser; anstatt des Obstes kalte oder warme Milchwit etwas Zucker und Brod; sonst auch Butter - oder Honigbrod z für die Verwöhnten/ Suppe.

2) Mit-