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3. Heft (1789) [Mit Prospekten ; nebst Zusätzen und Verbesserungen zum zweyten Heft]
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liegenden Garten ist die angenehmste und geschmackvolleste von der Welt. Sta-tuen, Springbrunnen, Grotten, und in der schönen Jahrszeit die herrlichsten Wohl-gerüche der unzahligen Blumen, womit er bedeckt ist, machen ihn zu einem wahrenFeenaufenthalt. Er liegt an dem reihenden Ufer des königlichen Rheins und wirddaher, auch in der größten Sommerhitze, immer von frischen Winden gekühlt. Dergütige Fürst gestattet auch einem ieden wohlgekleideten Menschen darin spazierenzu gehen, so oft und so lange als es jemand gefallt. Man kan sich hinter den grü-nen Wanden nach Gefallen verbergen und meditiren oder lesen.

Die Stadt Neuwied, itzt ein berühmter Ort, war ehedem ein armseligesDorf, Namens Langendorf. GrafFriedrich II.(geb. 1618. gest. 1698.) Stamm-vater der Wied-Neuwiedischen Linie, erbaute zuerst die Stadt und ein Residenz-schloß, nebst dem eine halbe Stunde unterhalb Neuwied gelegenen Schloß Frie-drichstein. Das Schloß zu Neuwied wurde im dreysigiahrigen Kriege wiederabgebrannt; er residirte daher einstens auf dem vesten Bergschloß Braunsberg, Z.Stunden nordwärts Neuwied.- Der neuerbauten Stadt gab er viele Privile-gien. Man muß aber ja nicht denken, daß sie damals so alisgesehen, und in demblühenden Zustande gewesen, wie ietzt. Dieses war seinem Enkel, dem ietztregieren»den Fürsten Johann Friedrich Alexander (geb. 1706. den in. Nov. ludenNeichsfürstenstand erhoben 1784.) aufbehalten. Dieser vortreffliche und kluge Re-gent verschönerte und vergrößerte seine Residenz; er führte den Handel, die Kün-ste und die allgemeine Toleranz ein. Neuwied ist nach dem Muster von Mann-heim gebaut. Es hat meistens regelmäßige Gebäude, schöne breite Strassen, undnoch täglich werden neue Gebäude und Strassen angelegt. Hier findet man ver-schiedene Fabriken und Künstler, die ihre Kunstproducte in entfernte Länder ver-senden, mehrere Buchdruckereyen, worunter eine französische Druckerey ist, eineFreymaurerloge und ein Philanthropin. Herr Prof. und Legationsrath Simonlegte es im I. 17HZ. an. Alle, iungen Leuten nöthige und nützliche Wissenschaf-ren, Sprachen und Leibesübungen werden auf demselben gelehrt. Es hat Zöglingeaus entfernten Ländern, aus England und selbst aus America.

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*) Ich liefere zur nahern Kenntniß dieses Instituts den Plan selbst. Er ist folgender : Griwdnfi ei-ner Erziehungs - Anstalt für junge Herren der gesitteter« «tande. Die Absicht dieser An-stalt ist: die Söhne der gesitteter» Stande durch Bildung des Herzens und durch den Unterricht inden nöthigste» Sprachen und Wissenschaften so vorzubereiten, daß sie bcy dem Austritt aus diesem Er-iiehungshause mit den mchlchstcn Vorkenntnissen ausgerüstet, jeden nüissichc» Stand antreten - nnen.

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