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3. Heft (1789) [Mit Prospekten ; nebst Zusätzen und Verbesserungen zum zweyten Heft]
Entstehung
Seite
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drücklichen Rede/ und lobte die Tapferkeit und Treue der übrigen. Aber der absehen?liehe Pirkler und seine Mitverfchwornen federten mit Ungestümm das Kaisers.Reskript zu sehen. Als dieses herbeygebracht und verlesen worden/ fiengen sie anauf dem ganzen Markt zu tumultuiren, und machten dem Commandanten die bit-tersten Vorwürfe, daß er ihnen dieses Reskript und die neuerlich von den Bayerngeschehene Aufforderung zur Uebergabe verheimlicht habe, Carl antwortete, dieAchterklarrmg sey von, Kaiser allein und nicht voin ganzen Reich geschehen; hattensie das Rescript eher zu sehen verlangt, so wäre es auch eher geschehen; er wisse wohl,daß die Belagerer ihnen grosse Versprechungen gethan; sie möchren sich aber wohlvorseben und vor Schaden hüten. Das half aber alles nichts. Pirkter und seinComploct zogen die Schwerter, veriagten alle Ossieiere von dem Mant, erbrachendie Gefangnisse und setzten einen gewissen Friedrich Spitz und zwei) andre, die Auf-ruhrs halber gefangen saßen, in Freyheit. Darauf nahmen sie den Fähndrichen dieFahnen ab, federten von dem Grafen Carl die Stadtschlüssel und führten ihn, nebstden Obristen, Christoph Bruill und Balthasar Kocher, dem Wachtmeister unddrey Fahndrichen, auf das Rarhhaus in Arrest. Nun sengen sie au, mit den ,Be-lagerern zu unterhandeln; und von beyden Seiten wurden den 25. Januar 21 Gei-seln ausgewechselt. Man unterhandelte mit der Besatzung, jedoch mit der Bedin-gung, daß sie den Grafen Carl V0N Truchstß und die übrigen in die Acht erklartenOfficiere ausliefern sollten, und wurde einig, daß der neue Erzbischof, Ernst, der-selben 4000 Kronen an rückstandigem Solde auszahlen; daß er einem jeden freyenAbzug gestatten, und freyes Geleit geben; daß die Besatzung aber in g Monatennicht gegen ihn dienen sollte. Als nun die Capirulation von beyden Seiten an, 28.Febr. unterzeichnet und ausgewechselt war, wurde Graf Carl VON Truchstß nebstden Obristen BruiN und Kocheram 29. Febr. ausgeliefert; (dein, die Belagererwollten nicht eher mir der Besatzung capiruliren, bis sie jene Officiere auszuliefernversprach.) Den g c>. und z 1. Januar erhielt die Besatzung den Lohn ihrer Treu-losigkeit, die 4O0O Kronen und die freyen Geleitsbriefe. Den 1. Febr. versam-melten sie 'sich auf dem Markte vor den, Rathhaufe, zerrissen drey noch vorhande-ne Fahnen Gebhards, Übergaben dem Ernstischen Obristen Manriquez lind deinOberstallmeister Stoor die Stadtschlüssel und zogen so, mit Meineid, Treulosigkeit,Verratherey und Schande bedeckt, ab. Darauf wurden die Gefangenen gemustert,so davon schloß man, nachdem man die übrigen entlassen, noch enger ein; unter die-sen waren viele Hosieute Gebhards und Domestiken des Grafen Carl, zwey Pre-diaer und ein gewisser Frank, den man des Hochverraths beschuldigte. Einige wurden

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