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3. Heft (1789) [Mit Prospekten ; nebst Zusätzen und Verbesserungen zum zweyten Heft]
Entstehung
Seite
19
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von Braunschweig und den Grafen Adolph von Neuenar mit 5000 Mann.

Aber die Bayern wurden hievon durch Kundschafter zeitig genug unterrichtet, undlegten bey Siegburg, zwischen der Sieg und der Acher, einen Hinterhalt von Sol-daten und Bauern in den Wald. Als die Truppen des Herzogs von Braunschweigbeynahe die Acherbrücke passirt waren, wurden sie auf einmal von den Bayerischenüberfallen. Die Brücke zerbrach von dem Gedränge; viele ertranken in der Acher,viele in der Sieg; viele wurden niedergemacht; und der Rest zerstreute und flüch-tete sich über Dung und Mühlhcim nach Rheinberg. Die Bayern erbeutetenunter andern 45 Wagen, die mit Speck, Schinken, Salz, Waffen und Schießpul-ver beladen, und für die Bonnifche Besatzung bestimmt waren. Die Besatzung fiengan zu murren; denn der Sold konnte, Geldmangels halben, nicht ausbezahlt wer-den; und es fehlte zwar nicht an Lebensmitteln und Wein, aber an Salz und Brenn-holz. Den Bayern war dieses nicht unbekannt. Sie liessen daher der Besatzung,um sie treulos zu machen, heimlich Geld auszahlen, (^uum, sagt Herr vonJstelt,

^rckiopilLopuL Lauarus iwim praeücliariorum meutern rutellexistet,

per socialem iulut ins, gni in oppiäo erant, certa kbipenciia numsrari. Der Grafvon Arenberg und der Hauptmann von Eckenberg wagten sich bis an die Stadt-mauern, und brachten den Wachen bey, daß ihr Commandant, Graf Carl V0NTruchseß, eben so wie alle AnHanger und Gehülfen des entsetzten Erzbischofs indie Reich Sackt erklart waren; sie möchten an das Schicksal ihrer Cameraden zuPoppelsdorf und Godesberg und die Niederlage des Herzogs von Braunschweigbey Siegburg denken ; Bonn gehöre nicht mehr dem epcommunicirten und proscri-birten Gebhard, sondern den: nenerwahlten Erzbischof Emst zu; sie möchten sichnicht, gleich ihren Cameraden, auf die Schlachtbank liefern lassen; wenn sie demKaiserlichen Befehl gehorchen und die Stadt freywillig übergeben wollten: so wür-de man ihnen den rückständigen Sold, obgleich es keine Schuldigkeit sey, auszahlen.Die Besatzung schickte daher drey aus ihrem Mittel, worunter ein gewisser Niko-laus Seyler, aus Speyer war. Dieser kam zurück, brachte aber schlechte Nach-richten mit; es wären wenig Truppen, wenig Geld vorhanden. Hierauf warf sichein gewisser Michael Pirkler zum Haupt der Rebellion auf. Dieser schändlicheAufrührer wagte es den 2g. Januar 1584 beym Ausziehen auf die Wachparademit einem Soldaten von des Grafen Carls Regiment Händel anzufangen und den-selben mit gezogenenr Schwert zu verfolgen; worauf er einen Complott von z o ihmahnlichen Schurken formirte. Den folgenden Tag kam Graf Carl selbst auf dieHauptwache, verwies den Aufrührern ihr sträfliches Betragen in einer sehr nach-

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