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Gestern reißte ich von Lang hieher nach Niedermendig, welches z Stun-den von Laag ist. Hier besah ich die berühmten Mühlsteinbrüche, wovon ichIhnen, mein Bester, nächstens den meinem ersten Ruheplätze Nachricht ge-ben will; denn ich habe von diesem frühen Morgen an, bis diesen Nachmit-tag um z Uhr geschrieben. — Man hat mich zu Laag und hier so miß-trauisch behandelt, daß ich mich gewundert habe; man halt Mick vor einenSpion, zumalen zu Laag; denn alle Klöster sind jetzt aus bekannten Ur-sachen gegen Fremde mißtrauisch. Das beleidigte mich aber, daß mansein Mißtrauen gegen nuch allzudeutlich merken ließ. Vermuthstch aus Man-gel der Kultur:
''LciliLet inZenuos 6i6icille stäeliter zrtesIr>mollic mores, nec stnic este feros"sagt OviO.
Zu Tönnestein sind ungefehr n bis 12 Mönche. Zu den Zeiten Cle-mens Augusts war ein ungemeiner Zulauf von Fremden daselbst, so, daßTönnestein der berühmteste Ort im Lande war; jetzt wird es wenig besucht;doch kommen noch öfters Holländer dahin.
In diesen Gegenden ist eine grosse Armuth, und dabev eine schlechteBolizey, welche vermuthlich die Quelle der Armuth ist. Hier in Nieder-mendig sollen zwevmal die Woche, namuch Dienstags und Samstags, wohlzoo und 400 Bettier, und darunter junge und starke Leute, die alle äus-serst frech sind, herumgehen.
Das Kloster Laag scheint bey dem gemeinen Manne wegen seinesHochmuthes nicht sonderlich wohl angeschrieben zu scyn, wie ich aus vielenReden mir allzudeutlich lchliessen konnte.
Auf dem Schlosse Schweppcnburg fand ich auch alte erdene Röhren,welche, wie die Gestalt und die Orte, wo man sie gesunden, anzeigten, daßsie zu Wasserleitungen gedient hatten.
Diesen letzten Winter ist der Laagersee sechs Wochen nacheinander zu-gefroren geblieben.
Johannsberg den 20. May, Donnerstags, Nachmittags in einer grünen Laube.
Gestern Abends spat um 12 Uhr kam ich ^er n ieder glücklich an.Nun, Bester, bin ich wieder im Stande, die auf verschiedenen Zmclchen zer-streuten