/
29
Diese Inschriften sind mit lateinischer llneialschrift geschrieben. Siekönnen uns einiges Licht über den Zustand der deutschen Sprache in jenen Zei-ten und Gegenden geben«
Nun folgt noch eine weibliche Status eines jungen Frauenzimmers, wel-che ein kleines Hündchen zu ihren Füssen hat, eine bartige mannliche, undwieder eine weibliche. Diese drey letzten Statuen sind ohne Ausschristen,wer sie gewesen sind. In diesem nämlichen Stessanschörchen ist ein Altarim Geschmack des r z. Jahrhunderts. Die Malereyen und Bildhauerarbeitcnder Mittlern Jahrhunderte, zeichnen sich durch ihr blühendes Kolorit, das Jugend-liche ihrer Gesichter, eine Nachahmung der Natur und einen festen Ge-schmack aus, den man den alten gothischen heißt; er war der Natur soungetreu nicht, er war Original, obwohl er von dem griechischen verschiedenist; denn dieser ist auch Original. Im 16. Jahrhundert fieng der achte gothi-sche Geschmack an auszuarten, und wir bekamen dafür elende Nachahmungengriechischer Muster; wiewohl wir in diesem Jahrhundert, in Deutschlandden Griechen glücklich nacheifern. Der gothische Geschmack ist ausgestorben,mit ihm die gothische Wildheit und Grösse. Ich glaube bemerkt zu haben,daß die alte hölzerne gothische Brustbilder von Holz mit Gyps überzogen sind;dieser Gyps nun ist zur Statüe geformt, das Holz ist roh. Diese Statüensind mit Gold und Silber bedeckt. Das Gesicht ist meistens silbern, dasHaar golden u.s.w.
In der Kirche ist ein Altar aus einer Art wilden grauen Marmors,mit der Inschrift:
ic)/^NL8 xnivnniovz von OLkc Nüven sxkMWZiaoRViu nkvxmedwiZ.zuvionvicl pninoioViVi xmnoi'onvivl 00I.0NINN8IZ LI' tonnvinTsesis ON.VIKNH-«IVZ Lonsiiuaniv« xi> OVNI/Vk IN NNVNN I'NNLxLOI'VS ?INlV8 L?
?05VI? ^NNO 1619.
Die Eltern dieses Friedrich von der Leyen knieen auf den Heyden Seiteneines Kruzifixes. Diese Art nennt man Familienstücke, auch in Malereven.
Ein Altarblatt, stellt den Tod Jesu am Kreuze vor; die Mutter Jesuund Johannes sind vortrestich gemalt, vorzüglich aber Magdalena, wie siemit unaussprechlicher Betrübnis in der Mtene mit ihrem rechten Arm dasKreuz umschlingt. Johannes und Maria sind in jüdischer, Magdalena ingriechischer Kleidung abgebildet. Magdalena ist so rührend, daß man mit ihrWeinen möchte. — Em anders Altarblatt stellt den Kirchenlehrer Hieronymus