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2 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 2
Entstehung
Seite
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IVO

Zweptes Schreiben

Noch eine andre und zwar, im Vertrauen gesagt, einealte und haßliche hat sich mir in einer so altfränkischen,und fast möchte ich siegen, ekelhaften Gestalt angeprie-sen, daß ich mich gewiß durch ihre Hand für hinlänglichbestraft halten könnte, wenn ich auch eine Satpre gegendas Heyrathen überhaupt geschrieben hätte; sie glaubte,weit ich nur den großen Aufwand bcym Heyrathen zu be-fürchten schiene: so würde ich kein Bedenken haben, siein ihrem 49sten Jahre als eine solche zu wählen, die sichmir in ihrer Großmutter Brautkleids antrauen lassentonnte, und mir sechs große Haarbeutel ans ihrer Elter-mnkter Falbelas machen lassen wollte ....

Ich habe mir also mit meiner Offenherzigkeit vieleUnruhen zugezogen; und möchte wohl noch größere erle-ben, wenn ich mich endlich bewegen ließe, den gefährli-chen Schritt zu thnn, wozn mich die letztere mit den süße-sten Worten bereden will. Am besten ist es, ich bleibeauf meinem Entschlüsse, bis sich die Zeiten ändern; unddas wird sobald noch nicht geschehen, da meine JungferNachbarin eine völlige Patagvnianeun, nun sogar eineLaterne ch auf den Kopf gesetzt hat, worinn ein kleinesLicht, welches von wohlriechenden Wassern brennt, eindurchscheinendes Gemälde erleuchtet, worauf ein Herz,in welchem ein Pfeil steckt, die Verwundung ankündiget.Sie nennt dieses au penr coour blolw, und ich glaubewürklich, daß sie der Hülfe eines Wundarztes nöthig ha-be. Wie viel werden mir aber die wohlriechenden Was-ser und die Wachskerzen kosten, die ich für einen solchenEngel würde brennen müssen, wen» ich mich entschlösse,mit dieser Schönen meine Hütte zu erleuchten?

Außer-

«) Denläufig nms< ich hier einen patriotischen Wunsch anbringen, Wennman die Heiligen, vor welchen in den katholischen Kirchen ein ewiges Lichtoder eine beständige Lampe brennet, auf die Gassen setzte: so wurde dieEtadtLe-ierrt und erleuchtet sevn, die Andacht aber nichts verlieren.