Schreiben eines Frauenzimmers:c. 79
wollen. In Schweden mag der König immerhin eineNationalkleidnng einführen; denn ich gedenke, in mei-nem Leben nicht dabin zn reisen. Aber hier im Lande, woman seit der Zerstörung Jerusalems die völlige Frepheitgehabt hat, zu tragen was man will, ist es ein aberwiz-ziger Einfall; verstehen Sie mich ^)? Das beste ist, daßIhre Projekte gelesen und vergessen werden; wäre die-ses nicht: so würde ich keine Nacht schlafen können ^).
In der Thar, wenn Sie auch nur ein bischen Nach-denken hatten: so würden Sie nicht so in den Tag hin-ein projekriren. Ich und Ihre Mademoiselle Tochter ^haben uns eben in die Unkosten eines Demigalopius undeines Chapeau a la Canade gestürzet. Wir haben ebenunsre Crate epingles ^ mit einem Crochet a la Cardi-nale versehen lassen. Wir haben uns beyde eine Löhmi-sche Kugelmütze angeschafft; und alles dieses sollte
umsonst
9) O ja, mit allen: Respekt gegen den Machtspruch.
!o) Was der gute Wille nicht rhut, wenn er nur ge-macht werden darf.
11) Meine Tochter hat mir weiß gemacht, daß sie dieseschönen Sächelchcn für ihren Ach Bey eingetauschthatte, den ich ihr auf dem letzten Jahrmarkte anschaf-fen mußte.
12) Die Mode hat sich nie systematischer gewiesen, alsdarin::, daß sie die Crate epingles nach den dickenChignons aufgebracht hat. Die dicken Köpfe mußtennothweudig Ungeziefer zeugen.
i z) Diese waren schon vor vier hundertJahren Mode:in der Limburg i schen Chro nick, so 1720 znWetzlar wieder aufgelegt ist, heißt es S. 90: „dieFrauen trugen Böhmische Kogel::, die gieugen daan in diesen Landen. Die Kogel:: stürzt eine Frau
auf