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2 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 2
Entstehung
Seite
60
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IX.

Schreiben eines KornhandlcrS.

^)a sitze ick null mit meinem Kornvorrath, ohne voneinem sterblichen Menschen beklagt oder geholfen zu wer-den. Jedermann frohlocket vielmehr über meinen Ver-lust und wünschet, daß der schwarze Wurm und alleMause ans dem Felde nur dasjenige rauben mögen, wasich den Armen nicht zu einem ihrer Meynung nach billi-gen Preise verlaufen wollen. Auch der vernünftige Manndrückt in dem lelckaften Danke für die gesegnete Erndte,und in der süßen Empfindung wohlfeiler Zeiten einen bit-tern Gedanken gegen mich ans; »nd der Staat, der güld-ne Berge verspricht, wenn er einen ehrlichen Kerl ge-braucht, sobald er ihn aber nicht mehr nöthig hat, ohneWarte> zum Henker schickt, der Staat, sage ich, läßtmeine wazine nicht untersuchen; es kommt kein Com-missarins, der mich ftagt: wie viel Korn ich noch vor-räthig habe, und wie groß der Schade sei), den ich nochleide? es ist reine Zeitung, kein Journal, kein Jntelli-genzblatt, das sich mit Vorschlägen für uns arme.. . dasWort will nicht recht heraus, nun Kornjnden wollte ichsagen, weil es doch einmal in aller Welt Munde ist ...abgäbe, und eine Handlung zu nnsrer Rettung lieferte,oder einen Preis auf das beste Mittel setzte, einen redli-chen Kornhändler gegen den gar zu großen Segen Gottesin Sicherheit zu setzen. Jeder schweigt, wie der Kar-sch i n ihre Lerche, nachdem sie satt Weißen gefressen hat-te. Kein empfindsamer Reisender, deren es doch jetzt so vielgiebt, daß sie auch in die Visitenzimmer kommen, besiehtmein Kornmagazin; und selbst der redliche BuchhändlerHieronymus, dieser tapfre Freund des ehrlichen Sebal-dns Nothankers wegert sich jetzt, mir das oraculum jurisfür eine halbe Last Roggen zn überlassen.

Gleich-