z6 Vorschlag, wie der Theurultg des Korns
und dasjenige Kirchspiel, was für die Seinigc gewiß ge-sorgt haben würde, schlagt auch zum rhcuresten auf frem-den Markten los, weil es am Ende einerlei) ist, ob esgut oder schlecht gehandelt hat; indem doch allen durchdie gemeinschaftliche Anstalt in gleicher Maaße geholfenwerden muß. Nicht zu gedenken, daß bey allen großenAnstalten die wahre Bedürfnis; und das Verdienst einesjeden Nothleidenden nicht so genau bcurcheilet werdenkann, als bey Anstalten im Kleinen, wo ein Nachbar denandern kennet, und denjenigen, der das Seinige ver-schwendet, oder theuer verkauft, oder sich selbst noch wohlhelfen kann, zurücksetzt, und wo ein jeder, auch feineseignen Vortheils wegen, darauf achter, daß kein Betrugvorgehe, und keiner mehr erhalte, als er zur höchstenNotbonrft gebrauchet. Es gicbt Meyer, die ihreHeuer-leiue und Beywohner auf die gemeine LaudeSaustalt schic-ken, währender Zeit sie ihren eignen Vorrarh theuer ver-kaufen ; es giebt Leute, die es wohl bezahlen könnten,und sich doch arm stellen, wenn dieLandcsherrschaft, derArmuth zum besten, einen Vorrath wohlfeil losschlagenläßt; es giebt andre, die unrer eignen oder geliehenenNamen sich mehrmalen zudringen, und hernach mit dem-jenigen, was sie wohlfeil erhalten, einen Handel treiben.Alles dieses ist der nothwendige Fehler großer Anstalten,wovon ein Kirchspiel, worum einer den andern kennet,nichts zu fürchten hat. Und ich getraue mir zu behau-pten, daß 50 Kirchspiele, die zu einer gemeinschaftlichenFürsorge verknüpft sind, 10000 Malter Korn fordernwerden, welche sich einzeln mit 4000 bchelfcn würden.
Es sollte also wenigstens ein Gefetz seyn, daß bey ei-ner eintretenden Lheurung jedes Kirchspiel sich selbst zuhelfen hätte.
Der Edelmann sorget hier im Lande fast dnrchgendsfür die seinigen, und man könnte die Namen solcher Groß-müthigen nennen, welche ihren Heuerleute!! das Korn be-ständig