ist der gemeinen Freyhcit gefährlich. 25
es einmal lächerlich gefunden hat, daß jemand seinenProzeß nach den Rechten eines Dorfs verlohr, den ernach der Sitte eines nahe dabei) liegenden gewonnen ha-ben würde, keine andere, als allgemeine Gesetzbücher dul-den; vermnrhlich, um sich die Negierungskuust so vielbequemer zn machen, und doch die einzige Triebfeder derganzen Staatsmaschiene zu seyn.
Nun finde ich zwar diesen Wunsch für die Eitelkeitund Bequemlichkeit dieser Herrn so unrecht nicht, und un-ser Jahrhundert, das mit lauter allgemeinen Gesetzbüchernschwanger geht, arbeitet ihren Hoffnungen so ziemlich ent-gegen. In dcrThat aber entfernen wir uns dadurch vondem wahren Plan der Natur, die ihren Reichthum in derMannichfaltigkeit zeigt; und bahnen den Weg zum Despo-tismus, der alles nach wenigen Regeln zwingen will, unddarüber den Reichthum der Mannichfaltigkeit verlieret.An den griechischen Künstlern lobt mau es, daß sie ihreWerke nach einzelnen schönen Gegenständen in der Natur,ausgearbeitet, und es nicht gewagt haben, eine allgemei-ne Regel des Schönen festzusetzen, und ihren Meißel nachdieser zn führen. Die römischen Gesetze bewundert man,und muß sie gleich den griechischen Kunstwerken bewun-dern, weil ein jedes derselben einen einzelnen Fall zumGrunde hat, und allemal eine Erfahrung zur Regel füreine völlig ähnliche Begebenheit darbietet. Man sprichttäglich davon, wie nachtheilig dem Genie alle allgemeineRegeln und Gesetze sepn, und wie sehr die neuern durcheinige wenige Ideale gehindert werden, sich über dasmittelmäßige zn erheben; und dennoch soll das edelsteKunstwerk unter allen, die Staatsverfassung, sich aufeinige allgemeine Gesetze zurück bringen lassen; sie solldie nnmannichfaltige Schönheit eines französischen Schau-spiels annehmen; und sich wenigstens im Prospekt, imGrundriß und im Durchschnitt auf einem Bogen Papiervollkommen abzeichnen lassen, damit die Herrn bepm D?-
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