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1 (1909)
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101
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Im Kemp euer! and.

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III.

Sankt Irnigardis.

Im Schatten alter Linden, auf jenem Hügel dort,

Da prangt ein trautes Kirchleiu, ein gnadenreicher Hort;Das winkt so freundlich milde, gleich einem hellen Stern,

Dein schwcrbedrücktcn Pilger, dem alle Hoffnung fern.

Ivcr ist nicht oft gcwallet nach jener Bergcshöh!lver fühlte nicht gelindert dort seines Herzens Iveh!tver hat nicht oft gelauschet am silberhellen gZuell!tver lag nicht hingeknieet ans jener Kreuzesschwclll

vor vielen Jahren lebte, in schlichtem Bürgerklcid,In einsam-stiller Klause, dort eme stille Maid.

Sankt Irmgard war ihr Raine, bekannt der Christenwelt;Ihr Vater Graf von Jütphen, ein streitcslnst'ger Held.

Gft wenn noch auf den Fluren der milde Morgen lag,lind kaum der Frührotschimincr durch grüne Zweige brach,

Ging sie hinaus, die keusche, die fromme Grafen-Maid,Des Vrmeu Rot zu lindern, des Kranken Herzeleid.

Bald reicht sie dein Entblößten den selbstgespoun'nen Lein,

Bald labet sie den Kranken mit kühlem Ivaldbeerwein;

Bald spendet Trostesworte ihr eugelreiner Sinn:

So wallt' die Gottesmutter einst unter Mensche» hin.

Da hängt sie einst zu bleichen im frischen Morgenhauch,Ihr feingewirktes Linnen ans einen Rosenstrauch;

Schöpft tvasser ans dem Brunnen, der unversiegbar fließt,Mit dein sie, stets geschäftig, das klare Garn begießt.

Da horch I Die Rüden klaffen, das gelbe Hifthorn schallt,

Herr Gosewin vom Tale, der pürschet in dein tvald,

Durchsprengt die Rosenstandcn nach frecher Jägerweis',verwirrt die zarten Fäden, der schönen Hände Fleiß.

Drauf zu der zücht'gen Jungfrau der rauhe Ivaidinann spricht:,,!vas weilst du aus dem Berge? Traun! das gefällt mir nicht.Komm mit mir, schöne Dirn', du sollst bei mir dich freu'n,Taljuuker führt noch heute in seine Burg dich ein."

ttnd wie wenn tübendröte die Ivolkcn überstrahlt,tlud ringsum Berg und Rucn mit hohem Purpur malt,

So glüht von Scham getroffen der Hcil'geu tüngesicht —Sie schaut mit ernsten Blicken den Junker an und spricht:

„Dieweil du mich verhöhnt, du rauher Jägersmann,

Und du mein Garn verwüstet, das ich für türme spann,

Drum sollen sie verschwinden, die stolzen Burgen all',

Soweit ini Tal ertönet Bergglöcklcins reiner Schall!"