82
Im G cid ern land e.
„Aus des Gebens WermutschalenBitterkeit dein Acrz umfloß,
Ach, des Muttcrherzens (DualenKeine so wie ich genoß.
Sieh das Schwert mein lherz durchbohren,Gb ein Schmerz wohl meinem gleicht,Allen, die in Leid verloren,lhab' ich Labung drum gereicht.
Wohl, dein Kind es soll gesunden,
Eh' des Morgens Stunde schlägt,
Aber auch die Spur der WundenImmerfort sein Antlitz trägt.
V
Wie ein mahnendes GewissenBleibt die Ilnzier dir zum ksarm,Weil verzweifelnd du gerissenMir den Sohn vom Mntterarm."
ksorch, es klingen hell die Glocken,Rot erglänzt der junge Tag.
Froh ein khaupt voll blonder LockenAn dem Mntterherzen lag.
Mrd die Mutter neigt mit BüßenTief hinab ihr stolzes lhaupt,Ave Jungfrau, laß dich grüßen,Selig, wer an dich geglaubt I
Paul C. o r r i c d t.
IV.
Lrobnbroicli bei Geldern.
(„Die kseimat" 1876, Rr. 28).
Gesesselt lag im Burgvcrstcck,
Daß ihr die Sinne starren,
Die Magd des kscrrn von Knesebeck,Des Todesgangs zu harren.
,,Du hast mir Gold und Gut entwandt,Diel sderlcn und Geschmeide,
So treffe dich durch Lsenkers lhandDes Schwertes blut'ge Schneide!"
Da spricht die schuldlos treue Magd:„Richt furcht' ich KerkereisenzDoch Frevel, deß ich angeklagt —Wer kann die Tat beweisen?