Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
73
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Sm Tlcverlande.

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Draußen steht der Bettler, stolz und ernst,

Bus das Mägdlein seine Blicke trafen,

„Flieh, mein Rind, damit du nimmer lernstWie die Himmel Frevelsinn bestrafen."

Lächelnd wies das Mädchen ihn ins Land,

Wendet stolz zurück den Schritt zur Pforte;

Und der Bettler hebt die braune Hand,

Seinem Mund entringen sich die Worte:

„Sink dahin, o Schloß in Grans und Rächt,

Mag die Lnle fürder in dir horstenLrde bebe! Sturmwind heul' mit Macht,

Bis die letzte Säule liegt zerborsten!"

Landwärts schritt der graue Bettler dann,

Vhne Blick zum Schloß, das er verdammte,

Schwarz Gewölk den Himmel nberrannUnd der Horizont in Blitzen stammte.

Droben lärmte noch der Ritter Troß.

Plötzlich barst der Grund in weiter Spalte,

Sn die Tiefe sank das stolze Schloß. —

Lachend schritt ins Land hinein der Ullte.

Trümmer liegen, wo das Schloß verging,

Uber weht der Sommcrlnst gesunderHauch: erblüht im weiten RitigRoch das schönste aller Blnmenwunder.

Paul Torriedt.

VI.

Z?ie weifte Daine iin schlöffe zu Cleve.

Der Clevische Kammerpräsident von Buggenhagenerzählt iit seinen „Nachrichten über die zu Cleve gesammeltenteils römischen, teils vaterländischen Nltertümer und anderedaselbst vorhandene Merkwürdigkeiten" (Berlin (795), daßdie weiße Dame wiederholt im Clever Schlosse erschienen sei.Gewöhnlich zeigte sie sich im großen Rittersaal, welcher imältesten (rechten) Flügel des Schlosses gelegen war, der (77 (abgebrochen wurde. Unter der Clever weißen Frau verstehtmau Beatrir, Gemahliu Tlias Grail's, des Schwaneitritters,die aus Neue über ihre Frage über die Trhallung der Be-sitzer voit Cleve wacht und Todesfälle in dereit Familienund andere Hauplbegebenheiten ankündigt. Buggenhagenberichtet wörtlich: „Noch kürzlich erschien sie am hellen Tageeiner Dame, die allein aus ihrem Zimmer auf ebengedachtem