B» den Rfcrn des Rheines.
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XX.
!Vcrt der Leiden.
(„Niederrheinischcr Geschichtsfreuiid" l884, Nr. 4).
Eine fromme Sage meldet,
Wie cins Ersfelds AlösterleinEinst ein Nönnchen ward gesendet,Araiiken-jIflegcrin zu sein.
Liebend pfleget sie die Brnicn,
Gönnt sich selber keine Ruh',
Tag und Nacht ist sie geschäftig,
Bringt sie bei den Aranken zu.
Eines Tages matt und müdeSchreitet sie zur Airchc hin,
Daß den Aranken Heilung werde,
Darum beten ist ihr Sinn.
Bin Bltarc kniet sie nieder;
Einsam ist's im Heiligtum,
Nur der Schein der GotteslampeSendet Dämmerlicht ringsum.
„Gott der Güte, Gott der Liebe,
Nater der Barmherzigkeit!
Sieh in Gnaden auf die Brmen,
Nicht aus meine Sündigkeit!
Sieh die Not der kranken Witwe,
Sieh den Schmerz der Ainder an,
INit der Wagd auch Hab' Erbarmen,Die da liegt im Fieberwahn.
Hart hast du dies Haus getroffen,
Das dir treu ergeben war.
Lohne jetzt ihr frommes Wirken,
Wende ab die Tod'sgefahr."
Bis das Nönnchen so gebetet,
Füllt die Airche lichter Glanz,l?or ihr steht der Welterlöscr,
Am das Haupt den Dornenkrauz.
Das Gesicht voll Blut, zerschlagen,
Ganz voll Wunde» und entstelltIst der Sohn des ew'gen Gottes,
Der uns schuf, der uns erhält.
„Sieh, mein Aind", so sprach er liebvoll,„Sich den Weg zur Seligkeit;
Hier die Leiden, dort die Freuden,Schmerz ist Saat der Ewigkeit.