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Einleitung.
mantcl teilenden St. Marti uns über. Die Fahrten Donars oderThors spiegeln sich wieder in den Reisen Petri und Jesu, dieinsbesondere am Niederrhein viel erzählt werden. Vielfach verwiesdas Thristentnin die alten Volksgöttcr zn den Unholden. Donar, derals Gott des Ackerbaues bei den heidnischen Germanen in Ehrenstand, erschien dem christlichen Glauben als ärgster Feind, als derTeufel selbst; die meisten Tenfelssagen fußen daher ans Resten derDonarmythen. Die Stärke Donars spiegelt sich wieder in der bekanntenSage vom starken Her viel.
Die Sagen haben uns ans einer Zeit, die uns kein Schriftendenkmal hinterlassen, manche Anschauungen herübergerettet, die unseinigermaßen Aufschluß über das Leben unserer Vorfahren zn gebenvermögen. Alexander Kaufmann bemerkt daher ganz recht:„Mir ist die Sage, wie sie es uns allen sein sollte, nicht bloß Gegenstand der Forschung, sondern auch der Pietät. Sie kommt mir vor,wie der letzte Kuß, welchen die der Auflösung sich nähernde Vergangenheit ihrer jüngeren, blühenden Schwester, der neuen Zeit, auf dieLippen drückt."
Friedrich Knaus;, der Herausgeber des „Urquell", einer Zeit-schrift für Volkskunde in deutschen Landen, sagt: „Die alten Sagenwissen noch mancherlei von den Wald und (>)uellenfräulein znerzählen . . ., sie vermelden uns noch vom Blntgebranch und über-natürlichen Kräften der Inden . . ., die und der Mahr und anderenächtliche Gespenster, wiederkehrende Geister treiben noch ihr unheim-liches Wesen. Der Hexenglanbe jst alleweil lebendig. Die Schreckender Jahrhunderte währenden Hcrenprozesse liegen noch immer demVolke in den Knochen. Auch der Glaube an vergrabene Schätze be-schäftigt jetzt, wie ehemals, die Phantasie des Volkes. And seltsam,der Glaube an das Festmachen kehrt so häufig wieder." ProfessorFelix Dahn hebt den hohen Wert der Sage für die Wissenschafthervor, indem er darauf hinweist, daß sie eine zweite Form der Volks-auffassung und volksüberliefernng bildet. Recht plastisch schildert erdas Wesen der Sage: „Reber den Waldweg wandert sie still, wo sichder Eichenhag mit einzelnen knorrigen Stämmen in die Freinnglichtet, ein hohes, stattliches Weib — ihr Alter ist schwer zu erraten— zeitlos, jahrlos erscheint sie — sie trägt altertümlich seltsamesGewand - der zerschlissene Schleier weht im Wind, der dunkle, weitfaltige Mantel verhüllt sie halb — aber das Rntergewand gleißt,wie vom alten Golde durchwirkt, und den breiten Gürtel schließt einekunstreiche Spange aus Bronee."
Ans alledem leuchtet so recht die pädagogische Bedeutung derSage hervor. Sie kommt dem phantasiezeitalter des Kindes entgegen, führt dem Kinde sittliche Ideale vor, an denen es sich, seinerLntwicklnngsstnfe entsprechend, erfreut, begeistert, bildet; sie verklärtdie Heimat des Kindes mit einem poetischen Hauche, liefert kulturhistorisches Material und dient als Geschichtsquelle, indem sie dieGrundzüge des Volkscharakters und die Urteile, die das Volk übergeschichtliche Personen und Ereignisse gefällt hat, treu wiedcrspiegelt.Daher fordern einsichtige vaterlandsfrennde und Pädagogen mitNachdruck, daß der Sage im Unterrichte, besonders im heimatkund-