Einleitung.
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lichen und im Geschichtsunterrichte ein gebührender Platz eingeräumtwerde, „In der Jugend aller Völker", betont Aar! S im rock," „ver-treten Sagenlieder die Stelle der Geschichtsschreibung, eine mythischeZeit geht der historischen voraus, die eigentliche Geschichte beginnterst im männlichen Alter der Völker, Wenn aber auch das Volk alsGesamtheit sein männliches Nlter schon erreicht, vielleicht bereits über-schritten hat, wird das junge Geschlecht der geschichtlichen Sagenpoesienoch hold und zugetan bleiben, bei ihr, wie einst das ganze Volk, seine erstezuträgliche geistige Nahrung finden, die Liebe des Vaterlandes aus ihr indas zarte Gemüt aufnehmen und durch diese mythische Vorhalleahnungsvoll in den Tempel der Geschichte treten," Damit leitetSimrock zur Verwertung der Sagen im Geschichtsunterricht über, .siesollen nach ihm Ausgangspunkt für diesen Unterricht bilden. Errindet sich hier in Uebereinstimmung mit der Aillerschen .Pädagogik,die in ihren kulturhistorischen Stufen einen Sagenkursus als Vorbe-reitung für die Geschichte fordert, Wir dürfen weiter gehen, dieSagen nicht bloß als „mythische Vorhalle" der Geschichte betrachten,sondern auch, wie Ureuzberg" treffend hervorhebt, als Nieder-schlag geschichtlicher Tatsachen, wie er im Herzen undMunde des Volkes weiterlebt. Daraus folgt, daß sie den Ge-schichtsunterricht nicht bloß vorbereiten, sondern ihn auch auf allenStufen der Volks- und höheren Schulen begleiten soll,
Tin reicher Aranz von Sagen schmückt die Nuen des Nisder-rheins. viele sind zerstreut veröffentlicht in den nur schwer zugäng-lichen Jeitschristen „Die Heimat", „Der Niederrhein" und „Nieder-rheinischer Geschichtssrennd", manche leben noch im Munde des Volkes,sind aber in Gefahr, vergessen zu werden. Da ist es gewiß ange-bracht, die zerstreuten und bedrohten Sagen, die über unsere nieder-rheinische Heimat rauschen, zu sammeln, damit sie als lebendigerisZuell, als erfrischender Jungbrunnen in alle Herzen des Volkesdringen, sie mit idealem Schwung erfüllen und sie höher schlagenlassen für alles Gute und Schöne, Möge die vorliegende Sammlungihr Scherflein dazu beitragen und den Sammeleifer vieler ihrer Leserbeleben und sie zur Rettung unserer niederrheinischen Sagen aneifern!Für Beiträge werde ich stets dankbar sein. Den Herren Fr, Brückerund (!), Elterma nn sowie meinen Schülern, die mich bereits bei dem1. Bändchen mit (Original-Beiträgen erfreuten, spreche ich auch andieser Stelle meinen ausrichtigsten Dank aus.
Ios.
Aieszen,
* Geschichtliche Deutsche Sagen. 2. Qufl. Basel, .^380, S. V.^ Rath. Zeitschrift für Erz. und Unt. ^99?, 402.