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Grunde das Heiligthum zum ersten Mal zeigt, weil es erst damals zumersten Male von jemandem gewünscht wird. Hatten doch die Borgängevon 1196 gezeigt, daß Gottes Zorn ein solches Unternehmen nicht be-drohe; nicht die geringste Schwierigkeit hätte der Ausstellung desRockes im Wege gestanden, wenn Cardinal Nikolaus oder der TriererClcrus etwas von ihm gewußt hätte." ")
Mit dem Jahre 1512 beginnt somit die eigentliche Lcbcnsgeschichte dieser Reliquie. Sie genießt die größten Ehren, und soll, nachder Aussage des Domeapitcls von 1639 sich auch durch zahlreicheWunder legitimirt haben. Das Domeapitcl hält sich allerdings überdiesen Punkt im Unbestimmten, dafür bringt aber Hr. Marr S. 99eine speciellere Anführung auS einem Reglement bei, welches die Dom-geistlichkcit für die Ausstellung von 1635 dem Erzbischofe entworfenhat. ES heißt hier unter Anderem, es solle eine Predigt beweisendenInhalts über die h. Reliquien gehalten werden und in dieser Predigtsoll dann auch erzählt werden das Wunder, das bei der letzten Aus-stellung 1584 (statt 1585) sich ereignet hat, indem eine Frau durchBerührung des h. Rockes von anhaltendem Blutflusse befreit wor-den ist."
Dieses Reglement findet sich in einem Aktenfäscikel des Coblen-zer Archivs No II. Uilt. I, iXr. 296, mit der Ueberschrist: ,,Unvor-,,grcifliches zu Ihrer Churfurst Drchl. vnsers Gnedigstcn Herrcus cor-„rootion gestelltes lliroetoriuiu, waß beh Zaigung Wnßers lieben Herr,,GotteS Rock in Acht zu nehmen." Es enthält 28 Paragraphen, zuwelchen hie und da der Churfürst eigenhändige Randnoten hinzuge-schrieben hat. So zu tz. 1 : auf dem Nikolaus Chor soll eine altanagebaut werden — verfügt er: ,,bawmcister ihm Dohm soll solcheßbestellen." In §. 11: die Bürgerschaft soll die Thore besetzen — än-derte er statt Bürgerschaft — „soillalou." Die fragliche Stelle steht§. 16 : Vndcr dem selbS Imboatur oratio llo iislloui 88. i'rlliquiis <1o-moiistrativi honoris, naiwoturque miraonliiiu quoll in postroiua nston-mono 1584 eontigit, quaiillo mulior ex taetu 8. Uiinicae a oontinuosangminis lluxu iiberata est. Am Rande, der Erwähnung des Wun-ders gegenüber, hat der Churfürst mit breitem Zuge hinzugeschriebcn :
Die historische Kritik, deren Athem hier zu wehen scheint, mögeüber den Zusammenhang dieser Note mit dein Inhalte jener Predigtentscheiden. Alan rühmt, sagt Francke, diesem Churfürsten, KarlKaspar von der Leyen, nach, daß er ein Freund der Studien gewesen,und die Universität zu verbessern gesucht habe.
»1 Wenn also Trithem von einer im Bolle verbreiteten Meinung redet, so Hai erwie Eue» nur die Geschichte von Orendel im Sinne.