Tradition von Eucharius und Agritius gegen diese päpstliche Nebel >lieferuug ebenso kräftig in Schutz zu nehmen, wie sie der Erste gegenHontheims Kritik vertheidigt hat. EineS solchen Kämpfers wird vorAllem auch der heilige Rock in dieser Sache bedürfen; denn daß die An-gabc, Potentin» der Zweite habe die Kirche gebaut, sich mit der Er-zählung, AgriciuS habe den Dom, in welchem er die Tunica niederge-legt haben soll, errichtet, in geradem Widerspruche steht, wird nichtabzuläugnen sein. Es ist klar, daß 1452 weder der Papst noch dasDomcapitel ctwaS von der „Tradition" des hl. Nockes gewußt haben.ES ist wahrscheinlich, daß ihnen sogar die Eristenz des Kleinodes un-bekannt gewesen, denn dies hätte doch, was selbst Hr. Marr nicht läug-nen wird, über die Trierische Kirche aus den Mauern des Pctcrsaltarshervor noch einen ganz andern Glanz ergossen als der sonst ganz uner-hörte selige Potentianus.
Als päpstlicher Legat befand sich 1454 der Cardinal Nikolaus vonCus in Trier; der Erzbischof zeigte ihm die dortigen Kirchenschätze undfragte ihn, den Vielgereisten, Welterfahrencn, ob er irgend eine Stellekenne, deren Reliquienbesitz den Trierischen übertreffe. Obgleich sichnun Nicolaus nur auf den Lateran hätte zu beziehe» brauchen, so warer höflich oder patriotisch genug, den Erzbischof das Gcgcntheil zu ver-sichern, und auch den Grund seiner Behauptung sogleich hinzuzufügen;er sei nämlich gar nicht mehr im Zweifel, seitdem er ein Stück vom hl.Kreuze, mit Blutstropfen Christi besprengt, in der St. Martinöabteigcsehn habe"). Daß aber der Nock mehr bedeute, als das Kreuz, liegtin der Natur der Sache, daß er mit Blut und mit Schweiß befeuchtetsei, lehren die Tricrischen Wallfahrtbücher aller Orten: wie will Hr.Marr es erklären, daß dem Cardinal gar kein Gedanke au diesen kost-baren Schatz, der immer noch ungleich seltener als Kreuzeshvlz war,in den Sinn kommt? Wie will er ferner erklären, daß 1473 bei derZusammenkunft Mar I und Karl des Kühnen in Trier, als die dortigeGeistlichkeit mit bedeutenden Kosten und emsiger Anstrengung eingroßes Kirchenfest begeht, und alle ihre Reliquien in glänzenden Be-hältern ausstellt , wieder das Kreuzesholz und neben ihm der NagelChristi (wie weiland zur Zeit der Vita Agricii) an erster Stelle prangt,und es niemandem einfallt, die Schätze des PeterSaltarS an das Licht zuziehen? Denn er erinnere sich, daß es mitden angeblichen Sorgen, welchenoch 1512 den Churfürsten Richard bei der Eröffnung des Altars be-unruhigt haben sollen, nun nicht viel mehr auf sich hat, daß sie ersthinterher von Scheckmann veranlaßt, von Vrower ausgebildet, von ihmselbst variirt worden ist, daß 1512 der Chnrfiirst aus dem einfachen
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