Druckschrift 
3 (1845)
Entstehung
Seite
52
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zeigen, vor sein Fuhrwerk zu nöthigcn, er sieht sich nach einer hof-fentlich tüchtiger» Ergänzung des Gespannes um, und das Glückin Gestalt des Hn. Gch.-Nath Sotzmann kommt seinen Wünschenzuvor. Derselbe hat nämlich eine setzt verschollene Elfenbcintaselbeschrieben, ein Werk, hört doch, der spätem römischen Kaiserzcit, nach-her im Besitz der Trierer Domkirche, darauf abgebildet an dem Ein-gang einer Kirche eine Fürstin, dieser entgegenkommend zwei Geist-liche aus einem Wagen mit einem Neliquicnkastcn. Hr. Lavenschließt: die Fürstin, als welche eineperlenbesetzte Aus-zeichnung" auf dem Kopfe hat, kann nur die hl. Helena sein, indem Kasten muß ganz gewiß der h. Nock stecken, die beiden Geist-lichen sind Agricius und dessen bekannter Begleiter der Abt Johan-nes, die Tafel ist aus der später» römischen Kaiserzcit, also aus dem4. bis 5. Jahrhundert: sie bestätigt demnach die kirchliche Traditionvollkommen.

Es versteht sich, daß die Hn. Clemens und Binterim sich auch hiermit rührender Dcmuth dem Urtheile des gelehrten Bibliothekarsanschließen. Hn. Laven hat die Entdeckung ganz in Schwung ge-bracht, er schließt sein Büchlein in erhabenster Stimmung.DieMuse der Geschichte mag einstweilen schweigen: Alles ist stummringsher, und siehe da, unter dem immer grünen Baume der Tra-dition fallen sich Dichtkunst und Plastik freudig in die schwesterli-chen Arme. Ein Gedicht redet und eine Elfenbcintasel."

Gut gebrüllt, Löwe. Wie lange aber die freudige Plastik indem Immergrün der Tradition sich behagen wird, steht freilich nochdahin.

Zunächst eine sehr einfache Bemerkung. Hr. Sotzmann redetnur von einem Kasten mit Heiligthümern, und nennt den Nock ankeiner Stelle. Woher hat denn Hr. Laven seine Sicherheit überden lctztern? Wie wenn der Verfertiger der Tafel nur den Kastendes Almannus mit dem Abendmahlsmesscr und Martyrreliquicnhätte darstellen wollen? Oder, da auf der Reise der Kasten schwer-lich dem Winde und Wetter geöffnet gewesen, wenn Hr. Sotzmannüberhaupt die Heiligthümer nicht gesehen, sondern nur aus derkirchlichen Umgebung auf sie geschlossen hätte?

Ferner aber, wie steht es sonst um die angebliche Uebereinstim-mung der Tafel mit den Sagen und der kirchlichen Tradition?Nach den Sagen bringt Helena den Rock nach Trier, nach denGesten schickt sie ihn durch Agricius, nach der jüngsten Sylvester-