Druckschrift 
3 (1845)
Entstehung
Seite
53
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Urkunde hat sie ihn vor Agritius Zeiten hingeschickt. Die Tafelkönnte natürlich nur mit einer dieser drei Lesarten übereinstimmen:wenn sie sich mit der Sagcnpoesie umarmen sollte, so könnte dasnicht unter dem Baume der Tradition gcschehn, und umgekehrt: siewill aber von beiden nichts wissen, auf ihr empfängt Helena dieHciligthümer. Hr. Laven, dem schon Größeres gelungen, hüpftallerdings leichten FußeS über diese Schwierigkeiten hinweg: ausmehreren Gründen, sagt er, benutzt der Bildschnitzer die Volkssagennach seiner Weise, und Helena steht selbst auf der Tafel." Po-lonius ist ein Kind gegen Hn. Laven. Nach seiner Weise würdeHr. Laven dem Prinzen versichern: weil die Wolke einem Wieselund einem Wallfisch gleicht, hat sie einen Rücken wie ein Kamcel.Weil ans der Tafel Helena die Reliquien empfängt, und in derSage die Reliquien bringt, besteht die Tradition zu Recht, daß siedieselben geschickt habe.

Wir sind aber noch nicht fertig. Die beiden Geistlichen hältHr. Laven für Agritius und Johannes. Wäre dies begründet, sostände die Tafel mit dem ältesten Zeugniß, der SylvesterurkundeZ)nach welcher Agricius die Reliquien in Trier bereits vorfand, inWiderspruch. Es wäre der Schluß unvermeidlich, daß Hr. Sotzmannin ihrer Altersbestimmung sich geirrt hätte, daß sie höchstens ausder Zeit der Vita Agricii herrührte, wo zum ersten Male Agriciusals Ueberbringer genannt wird. Dies ist um so sicherer zu behaupten,als der ganze Abt Johannes nichts Anderes als eine Erfindunghöchstens des 11. Jahrhunderts ist. Er wird zum ersten Male ineiner falschen Urkunde Dagoberts genannt, die von Hn. Laven ci-tirte Chronik von St. Maximin ist vollends erst ein Product des16. Jahrhunderts.

Es ist klar, auf diese Tafel ist nicht der geringste Beweis zugründen. Bis etwas Sichereres über ihr Alter und etwas Näheresüber ihre Beschaffenheit beigebracht ist") bleibt trotz aller Klagen

>l Des tloU. VirU.

Was Hr. Sotzmann sagt, scheint lediglich seine individnelle Ansichtzu sein; er scheint dabei flüchtig Mitgcthciltcs anch flüchtig mieder-gegeben zu haben. Uns ist dagegen von einer andern Seite her, diemir für eine sehr beachtungswerthe zu halte» alle Ursache haben, dieNachricht zugekommen, daß der Graf Nenesse die Tafel nicht auSdem Trierischen Kirchenschatz hatte oder daher ableitete, daß er selbstsie nie für eine Darstellung der Helena oder einer sonstigen Reli-qnieneinbringung hielt und daß sie von früheren Beschauern in daselfte oder zwölfte Jahrhundert gesetzt wurde.