blieb er alters eineIn <ler lcirelien alleine.
Nicht die Tempelherren, sondern ein Priester, und zwar vor1169 sicher kein Tempclklcriker, hat also die Messe gelesen, nnddie vier schönen Tempelherren, sind ihm sogar vor dem Schlüsseaus dem Gottesdienste fortgelaufen. Kein Wort von der ganzenBeweisführung für 1126 bleibt bestehn.
Fragt man im Ernste nach dem Alter des Gedichtes, so deutetalles Sprachliche auf daS 12. Jahrhundert überhaupt/) alles Sach-liche auf den Schluß desselben, vielleicht aus den Anfang des drei-zehnten.^) Vor der Mitte des zwölften ist in Syrien jeder Ver-kehr mit Muselmännern, jedes Bündniß, jeder Dienst derselbenaußer voller Sclavcrei ganz unerhört.") Im Gedicht sind dieTempler in großer Zahl vorhanden, sie stehn nicht gerade im günsti-gem Lichte, sie sind aber die vorwiegenden Kämpfer des h. Grabes.Dies Alles paßt auf die Zeit nach 1176, paßt vollkommen auf dieZeit Kaiser Friedrich II., wo die Ritterorden fast ausschließlich denKampf gegen die Muselmänner führten, und mit dem Kaiser sowie früher mit König Richard in hartem Mißverhältniß standen.Es wäre kein Einwurf dagegen, daß 1187 Saladin den ChristenJerusalem entrissen hatte: auch im Gedichte fällt Jerusalem in dieHände der Ungläubigen, als Orendcl und Breide im Abendlandeverweilen. Sie gewinnen eS trotz der Lauheit der Tempelherrenwieder, wie Kaiser Friedrich trotz der Feindschaft derselben. NochManches wäre dafür beizubringen, doch reicht uns der Nachweishin, daß an eine frühere Zeit als die Mitte des zwölften Jahrh.in keiner Weise zu denken ist.
') Simrock a. a. O. S. XXVIIl.
') Ei» treffliches Argument des Hn. Laven für de» Ansang des 12. Jahrh.mag diese Note schmücken. Er hält den Dichter für einen Freigeist,weil die Königin Breide das h. Grab zerstören will, wenn Gottihren Orendel nicht beschütze — und findet dies der Vermischungheidnischer nnd geistlicher Stoffe angemessen, wie sie in den Legendender angegebenen Zeit erscheine. Diese Mischung aber kommt ingleicher Weise auch i» später» Legenden vor, und jene Drohung derKönigin ist freilich heidnisch, nur hat Hr. Laven nicht gewußt, daßdiese Anschauung wie viele andre ihres Schlages, damals auch in denKirchenglanben übergegangen war, und erst im Jahre 1274 wirksameOpposition erfuhr, ttnntlieimli. ck. prixir. -tKSlVtnbillon noen 8. IZoueck.snso. ll. grnef. n. 48
') Wilken erwähnt das nicht, folglich denkt auch Hr. Laven nicht daran.Ueber die Sache s. v. Spbcls Aufsatz über Greve Rudolf, HauptZeitschrist n. 235, und W. Grimm Gr. R. 2. Auflage, Vorrede.