„Es ist cm Tempel zu Jerusalem, in dem sie insgesammt wohnen,dem Tempel Salomonis ungleich am Baue, aber nicht geringer anRuhm. Jener (der salomonische) zeichnet sich aus durch Goldund Silber, durch Quadern und geschnitztes Holz, dieser durchdie Frömmigkeit und den geregelten Lebenswandel der Bewohner:jener glänzt durch bunte Farben, dieser durch verschiedene Tugendenund heilige Handlungen...... Wetteifernd ehren sie den
Tempel Gottes durch ausrichtigen Gehorsam, sie opsern nicht nachdem Beispiele der Alten Fleisch der Thiere, sondern friedlicheHostien."
Wie die Stelle hier, in wörtlicher Uebersetzung aus dem Citatedes Hn. Laven, wiedergegeben ist, nimmt sich seine Behauptungganz scheinbar aus. DaS Charakteristische deS Tempelhauscs ist,daß heilige Handlungen dort vorgenommen, und friedliche Hostiendargebracht werden. Kann man deutlicher einen kirchlichen Dienstbeschreiben?
Hr. Laven hat jedoch die Stelle nicht glücklich ercerpirt. Crhat einige Sätze ausgelassen, welche gerade, wir bedauern es her-vorheben zu müssen, über die Auffassung des Ganzen gegen ihnentscheiden. Es heißt bei Bernhard selbst:')
„Das Tempclhaus glänzt durch verschiedene Tugenden, und„heilige Handlungen: denn Heiligkeit geziemt einem„Hanse Gottes, der reine Sitten mehr als glatten Marmor„und keuschen Sinn mehr als vergoldete Wände liebt. Wohl„hat auch dieser Tempel seinen Schmuck, aber Waffen nicht Edel-steine, Schilde nicht Goldkronen, statt der Leuchter, Weihrauch-Fässer und Becher prangt das Haus überall mit Zäumen,„Sätteln und Lanzen. Christus vertrieb einst die Wechsler„und Taubenhändler aus dem Tempel, damit nicht das Haus des„Gebetes durch weltlichen Handel befleckt werde. Sie halten cs„noch für schlimmer, daß der Ungläubige das Heiligthum schände,„als daß der Kaufmann es beflecke: so verweilen sie im heiligen„Hausemit Pferden und Waffen, aller Unglaube ist verjagt, sie„selbst sind Tag und Nacht ehrbar und nützlich beschäftigt. Wett-eifernd ehren sie den Tempel Gottes durch aufrichtigen Gehorsam,„sie opfern nicht nach dem Ritus der Alten Fleisch der Thiere,
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