Druckschrift 
3 (1845)
Entstehung
Seite
39
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das gebraucht und benutzt er, das erweist er vorzugsweisemitSchrisrstcllen."

Im Gedichte lesen vier Tempelherren die Messe in der h.Grabkirchc. Die Templer haben aber schon geraume Zeit vor1128 eine eigne Kirche bekommen. Folglich kann jene Angabe imAbendlande kaum vor 112V entstanden sein.

An dieser gewiß sehr wohlgemeinten Schlußfolgerung sind nurzwei Punkte auszustellen. Nämlich erstens folgt aus ihren Prä-missen nicht ihr Ergebniß, und zweitens sind ihre Prämissen selbstunrichtig. Hr. Laven möge folgendes in Erwägung ziehn.

Wenn ein Gedicht spätere Ereignisse erwähnt, so ist damit einsicherer Beweis vorhanden, daß es nicht früher abgefaßt ist. Weraber wird das Umgekehrte behaupten können? die Templer waren inihren ersten Jahrzehnden eine sehr bescheidene und wenig berühmteGesellschaft: wenn sie wirklich schon 1125 in Jerusalem eine eigneKirche gehabt hätten, könnte nicht 1132 noch ein obscurer Dichteram Niedcrrhein völlig unwissend darüber sein? Ist es nicht im Ge-gcntheil wahrscheinlich, daß erst seit 1128, seit dem Concil von TroycS,sich überhaupt die erste volkSmäßige Notiz über den Orden im Abend-lande verbreitete?

Also, gleichviel, wie es mit der Tcmpelkirche beschaffen war,für 112V ist daraus gar nichts, weder Beweis noch Gegenbeweiszu folgern. So steht es mit der Consequenz des Hn. Laven: wiesind die Voraussetzungen beschaffen?

NachSchriftstellcn," und überraschender Weise nach den Schrift-stellen des Hn. Laven selbst, ist gewiß, daß die Templer 1123noch keine eigne Kirche hatten, sondern ihren Gottesdienst in derGrabeskirche hielten. Im Jahre 1113 erhält der Orden einenThcil des Tempels Salomonis, d. h. des königlichen PallasteS, zumWohnsitz, und soll im Tempel des Herrn, d. h. der Grabeskirche,seinen Gottesdienst halten, bis eine eigne Kirche gebaut wäre. Vonjenem ersten Wohnsitze heißen späterhin alle Ordenshäuser Tempel.Hr. Laven behauptet nun, daß schon 1123 in dem Tempelhause zuJerusalem, folglich nicht mehr in der GrabeSkirche, der Gottesdienstdes Ordens gehalten worden, nach folgender Stelle des heiligenBernhard:

') rwmiai. der feste Name der Grabeskirche ^aciik Vi«-. «ist.

«ierns, a. 65,

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