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kostet ihn nichts, auch in den Quellen dieser Geschichte große Wunderzu statnircn, und insbesondere das Orendelgedicht nicht weniger alsdreimal entsteh» zu lassen. Er beweist nämlich in einem Athcm,dicht nacheinander, und mit gleich guten Gründen, daß das Gedicht
1. vor den Kreuzzügen
2. gleich nach dem ersten Krcuzzuge
3. um das Jahr 1120entstanden sein muß.
Wir bedauern, das freundliche Stilllebcn unterbrechen, dasWunder der drei Entstehungen in Abrede stellen zu müssen. Umes gleich auszusprechen, die drei Daten taugen sämmtlich nichts,
Hr. Laven setzt S. 63 das Gedicht „vor die Kreuzzüge," weilKönigin Breide zu Jerusalem gar keine christlichen Dienstmannenaußer dem einzigen Orendel, sondern nur heidnische um sich habe.V. 1199, 1200, 1445 ff. Eine solche Lady Esther mitten untersaraccnischen Untcrthanen wäre im 11. Jahrhundert eine wunder-liche Erscheinung: auch muß Hr. Laven die Tempelherren, die imGedichte und in den folgenden Beweisen des gelehrten Herrn einegroße Nolle spielen, an dieser Stelle eben vergessen, und Angabenwie V. 1331, 1569, 1869, wo von christlichem Volke zu Jerusalemdie Rede ist, übersehn haben.
Mit der Zeit vor den Kreuzzügen ist es also nichts, gehn wirhinab in die Zeit des ersten Kreuzzugs selbst. Hr. Laven findetin WilkcnS Geschichte der Krcuzzuge, im ersten Bande, eine Reistevon Ereignissen, deren Abbilder im Gedichte wiederkehren sollen.Bei ASkalvn erscheinen riesenhafte Aethiopcn, ein Thcil der Flüch-tigen wird ohne Widerstand erschlagen, ein christlicher Fürst bekenntgroßen GlaubenSmuth, ein andrer hört vor dem Kampfe die Messe,ein Vezier droht das h. Grab zu zerstören. Dies Alles, meint Hr.Laven, könne sich im Gedichte nicht wiederholen, wenn es nicht iuden ersten Zeiten der Kreuzzüge abgefaßt sei. Glaubt er wirklich,daß später niemals wieder von GlaubenSmuth und Mcsschörcn derChristen, von acthiopischen Niesen, Drohungen und Niederlage»der Heiden die Rede gewesen sei?
Doch, Hr. Laven wird dies zugeben. Die Auswahl, die erzwischen drei Zeitpunkten bietet, hat bei ihm selbst nicht so vielans sich, diese beiden ersten stchn bei ihm selbst mehr wie ein u»-schnldiger lusus in»enii als ernstlich zum praktischen Gebrauche be-stimmt. Aber das dritte, daS Jahr 1120, das ergreist er mit Wärme,