sagten wir, das Gedicht sei seit dem 13. Jahrhundert im Mundedes Volkes gewesen, dort, es habe sich nicht dauernd im Munde desVolkes erhalten. Und so ritzt er weiter an unsrer Arbeit herum,stets nur die Sammctpfote zeigend. Er wird zu lernen haben, beiwelchen Gegnern seine Mittel für sein Müthchen ausreichend sind.
Wir haben nun, wie jeder Blick in unsere Schrift es zeigt,keinen Widerspruch postulirt, wenn wir eine Volksgeschichtc seit 1200,aber nicht dauernd «.nur bis 1512) sich erhalten lassen: wir habe»sechs Wochen vor dem Erscheinen seines Buchs in der zweiten Auf-lage des unser» jene Verschmelzung eines christlichen und einesheidnischen Stoffes erörtert, wir haben endlich aus dem Gedichtegeschlossen, nicht daß Orendcl statt Helena den Rock gebracht, sonderndaß man im 12. Jahrhundert mehr an Orendel als an Helenageglaubt habe. Es sind das Dinge, die sich von selbst versteh»sollten; wir wären in einer traurigen geistigen Verfassung, wenndie Klagen des Hn. Laven auf uns Anwendung fänden. Alles aber,was dann über uns zu sagen wäre, trifft jetzt, bei der Falschheitseiner Vorwürfe, ihn allein.
Was nnsre Gegner aus dem Orendelgedichte herauslesen, läßtsich aus folgende Punkte zurückbringen. Das Gedicht vom BruderGraurock, sagen sie, ist spätestens 1120 vorhanden gewesen, mithinmuß sich damals schon der Rock in Trier befunden haben. DasGedicht erwähnt zweitens in der Geschichte des Rockes dich. Helena:es bestätigt also auch die kirchliche Tradition über diese letztere. Eshat drittens Einzclnheiten, welche von der Tradition abweichen:hieraus ist aber nur aus das hohe Alter und die volksthümlicheFortbildung beider, der Sage und der Tradition zu schließen.
Gehn wir diese Gründe einzeln durch.
1. Der Rock ist schon im Anfang des 12. Jahrhunderts inTrier, denn das Orendelgcdicht, welches ihn erwähnt, ist um 1120entstanden.
Hr. Laven scheint über diesen Punkt höchst unterrichtet. AlleDetails stchn ihm sinnlich und sichtbar vor Augen. Der Dichter istvom Nicdcrrhcin. „Er sitzt auf seinem Stübchen, spitzt den Griffelund setzt an. Vor ihm liegt das heidnische alte Gedicht, das denkter mit christlichen Nachrichten, mit der Geschichte deS Rockes zuspicken, und für seine Leser interessant zu machen."
Hn. Laven scheint ferner die Geschichte des Rocks ebenso über-menschlich und wunderbar wie Hn. von GörrcS vorzukommen. ES