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Kenntnissen und Metbodc, und, so verschieden sich beide sonst auchausnehmen, mit gleicher Abneigung gegen sreie und offene Diseusfion.
Wir bedauern, das letzte Urtheil auch in Bezug ans das La-vensche Büchlein, welches sich äußerlich in die größte Sanftmuth,Gelassenheit und naive Kindlichkeit einhüllt, nicht milder ausdrückenzu können. Auch hier haben wir es mit einem Schriftsteller, demüber der Bewegung des gläubigen Herzens die strenge Gewissenhaf-tigkeit des Denkens abhanden gekommen ist, zu thun. Unter solchenUmständen gibt ein noch so leises und höfliches Auftreten nicht dengeringsten Anspruch mehr auf nachsichtige Behandlung: es ist dannjede Lcetion über Ehrlichkeit der Erörterung und Geradheit derSchlüsse vollkommen an ihrer Stelle.
Was z. B. hat sich Hr. Laven gedacht bei seiner weitläufigenausdrücklich gegen uns gerichteten Beweisführung: das Orendelge-dicht könne deshalb die kirchliche Tradition nicht widerlegen, weil cSganz unglaubwürdig, weil es ein Gemisch der buntesten Fabeln sei?Jeder Leser muß die Meinung gewinnen, wir hätten den Orcudelals geschichtlichen Ucbcrbringcr der Tunica dargestellt und seien somit ihm gegen die kirchliche Ucberlieferung zu Felde gerückt. H Dennauf vollen zwanzig Seiten bemüht er sich, uns den Aberwitz eineshistorischen Orendel aufzuheften: ein Verfahren, welches freilich ganzgeeignet ist, auf die ärgste Weise entweder uns zu compromittircn,oder ihn.
Eben so demonstrirt er mit breiter aber überall etwas abschmecken-der Gelehrsamkeit die geheime Wahrheit, daß Orcndcl aus dreiElementen, einer christlichen Legende, einem altdeutschen und einemromantischen Sagcnstoffe zusammengesetzt sei. Er demonstrirt dasmitten in dem Verlaufe seiner Polemik gegen uns; wieder ist keineandre Vcrmuthung möglich, als daß wir in völliger Unwissenheitdarüber aus das Gegenthcil unsere Schlüsse gebaut hätten. Er er-tappt uns aus einem groben Widerspruche gegen uns selbst: hier
') S. 33. führt er einen Satz unsres Buchs wörtlich an: „in diesemGedichte finden wir nun ganz andre Geschichten als bei unsere»modernen Apologeten" — und fährt mit der stolzen Frage hinter-drein: „wer siebt nicht, diesen Geschichten fehlt weiter nichts, als daßsie eben keine Geschichte sind, d. h. daß jenen Geschichten kein wirk-liches Factum, was hier die Hauptsache wäre, entsprechen kann."S. 39. notirt er unsren Tadel gegen Hn. von der Hagen, und finvetibn freilich begreiflich, den» dieser habe wie Enen und I. Grimmdas Gedicht als fabelhaft cbarakterisirt, mithin unsre Beweisführunggekreuzt und so unsre Galle aufgeregt.