Druckschrift 
3 (1845)
Entstehung
Seite
33
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Damals erwarb die Domkirche ihre wohlklingenden Glocken.Freilich, obwohl damals Viele mit gläubigem Herzen die unge-wohnten Ausstellungen und reichlichen Opfer lobten, so gab esdoch auch Manche, welche mit neidischen Augen darauf blickten,Tadel und Spott dagegen erhoben, und heimlich von Aberglaubenund Simonie redeten, ja sogar die goldnen und silbernen Gefäßemit frevelnden Händen zu rauben suchten.

Als nun damals Erzbischof Agritius, der Ueberbringcr derh. durch die Kaiserin Helena geschenkten Reliquien, gröstern Rufund verbreitete Ehre erlangte, errötheten die Brüder zu St. Mathiasnicht, einen alten Jrrthum zur Anreizung des Volkes von Neuemvorzubringen. Indem sie nach den apocryphen H Gestis Trevirormnbehaupteten, dieser Heilige sei von jeher in ihrem Kloster begraben,und zum Wahrzeichen in einer Kapsel einige Asche, wie Näucher-pulver, wiederholt vorzeigten, versicherten sie, dies seien die Reli-quien des Heiligen, die vorlängst durch Feuer (wir wissen nichtwie) 2) ,'n diesen Zustand gekommen seien. Aber, geneigter Leser,warte ein wenig, wie ihre Gewissenlosigkeit sich selbst betrogen hat.

Denn bald darauf fanden sie bei einem Neubau in ihrem Klostermenschliche Knochen, und verkündeten mit feierlichem Geläute, jetztbesäßen sie wahrhastig die Gebeine des h. Agritius, oder, wie derPrior des Klosters sich ausdrückte, sie hätten noch viel mehr Knochenentdeckt, als zu einem menschlichen Körper gehörten. Im Dom-kapitel bildeten sich, da jetzt zwei Klöster denselben Heiligen zubesitzen Anspruch machten, sogleich zwei Parteien, und es kam unterden Beschützern des Mathiasklosters zu dem Urtheil: es sollenicht mehr, wie bisher, bei uns das Fest des h. Agritius feierlichbegangen, sondern abwechselnd jetzt in St. Mathias sein Cultusgepflegt werdend) Jndeß entschied endlich der Erzbischof, derHeilige solle dort weiter verehrt werden, wo er von jeher besuchtund verehrt worden sei.

Der Abt unsrcs Klosters, Herr Thomas von Huysden, ließdamals mit erzbischöflicher Erlaubniß das Grab des Agritius vorNotar und Zeugen öffnen, um zu sehn, ob die Gebeine dort wie

') Man sieht, die historische Kritik hat seit 1512 in Trier Rückschrittegemacht.

Wir wissen es freilich aus Lambert, acta 8. slatliins.

Ein würdiges Gegenstück zu dem Urtheil von 1631, der zweite Trierer

Rock sei acht, unbeschadet der Aechlheit des ersten.