Druckschrift 
3 (1845)
Entstehung
Seite
29
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schien sonderlich, den Iieles nlleinauckes schon im 12. Jahrhundert,gerade im Munde eines Papstes zu begegnen.

Nun bleibt es aber stets unsicher, ein Urtheil über die Aecht-hcit einer Urkunde nur auf die Farbe der Diction zu begründen:wir wandten uns deshalb an Hu. Or. Böhmer in Frankfurt, denbewährtesten Meister dieses Fachs, dessen Fleiß in Herbcischaffungneuen Materials ebenso anerkannt ist, wie seine rücksichtslose Strengein der Ausscheidung unächtcn Stoffs. Auf das Zuvorkommendstesprach er uns sein Urtheil gegen die Urkunde aus, sie zeige nichtden ächten Canzlcistyl Friedrichs, vor dem 16. Jahrhundert habeschwerlich irgend jemand in solcher Weise vom Papste geredet. Wirmachten dies Urtheil in unsrer Schrift bekannt, und bemerkten, dieHarmonie der Marxschen Beweisstücke werde jetzt durch kein einzigesächtes Document gestört.

Für unsre Gegner war Böhmers Auctorität entscheidend. KeineSylbe erklang weiter für den Kaiserbrief: vielmehr suchte man dieUnächtheit desselben jetzt in allgemeinerer Anwendung zu eignemVortheil auszubeuten. Ein Artikel der Augsburger allg. Zeitungerörterte, hier sei wieder ein Beispiel, wie auch die Protestanten zumSchimpfe ihrer Gegner falsche Urkunden geschmiedet hätten: diehistorisch-politischen Blätter (1845 S. 617.) setzten dies fort mitder Bemerkung, in unsrer Schrift falle die Schuld der verfälschtenUrkunde auf die Katholiken, während sie doch von den Protestantengegen den Papst gemacht worden. Wahr ist diese Anklage freilichnicht, (wir legten Hn. Marx nur die Benutzung, nicht die Verfer-tigung der Urkunde zur Last, und sagten ausdrücklich, sie sei im16. Jahrhundert entstanden) die Insinuation war aber zweckmäßig,um uns zu verdächtigen, und konnte uns also von dieser Seite hernicht überraschen.Wir verlangen von keinem Vogel eine andereFeder als er hat."

Ergötzlicher noch erschien allerdings das Verhalten dcö Hn. v.Görres. Er hatte sich vor dem Erscheinen unseres Buches über dieUrkunde dahin ausgesprochen, daß sie ein nothwendigcr Thcil derGeschichte des Rockes sei, daß in dieser Geschichte ein symbolischesAbbild der Weltgeschichte liege, daß sie in allen Stücken also auchin dem Briefe Friedrichs das Ergebniß einer unwandelbaren mysti-schen Weltordnung enthalte. Wo nun solche Nothwendigkciten wirken,kann natürlich von einer protestantischen oder sonst einer gelehrten