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3 (1845)
Entstehung
Seite
24
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machen," er fände denselben ganzvernünftig" motivirt, wenn Nor-theim, Ausstellungen, Opfergclder daraus folgten! Das sind nun dieApostel der neuen Kirchlichkeit. Natürlich sind wir dabei ganz un-besorgt für die eigne Moral des Hn. Clemens, es ist nur Tauben-einfalt, die ihn in diesenProbabiliSmus" des Betrugs verwickelt hat.

Käme nur nicht zugleich sein katholisches Wissen so traurig indas Gedränge. Wer den angeführten Satz liest, kann nicht andersvcrmuthen, als daß die kathol. Kirche einzig deshalb Reliquien inihre Altäre legte, um sie nachher auszustellen und Opfergelder davonzu beziehn. Denn, sagt Hr. Clemens, mit dem Ausbleiben derOpfergelder fällt jedervernünftige" Beweggrund für Bruno wcg.^)Hr. Clemens wolle ein Geringes seine Gedanken zusammen nehmen.Von anerkannt ächten Reliquien brauchen wir gar nicht weiter zureden: diese werden aufbewahrt, weil sie die Städte beschützen,Gottes Segen auf die Gläubigen herabziehen, Kranke heilen, wildeFeinde und Bestien abwehren u. dgl. m. Zweifelhafte Reliquienaber, oder gar bestimmt unächte sind ebenfalls sehr häusig verwahrtworden, theils allerdings der Opfergaben wegen, theils aber auch,worauf wir Hn. Clemens zu merken bitten, im Interesse geist-lichen Regimentes oder der Reputation der betreffenden Kirche. Einehervorragende Reliquie war im Mittelalter ein Ehrenschmuck desBesitzers, sie adelte das ganze Gebiet, das gesammte Volk, dem sieangehörte.") Im mittelalterlichen Sinne wäre Bruno ein Thor ge-wesen, eine Reliquie von der Hand zu weisen, mit der er in etwa vorder damaligen Kritik zu bcstehn hoffen konnte, für die er vielleichtkeinen Beweis hatte, die aber möglicher Weise nicht schreiend sichprostituirte.

So im Mittelalter. Wäre er ein moderner Bischof, so gäbe eSnoch fernere Gründe. Wie oft haben wir seit dem Erscheinen unsresBuches hören müssen, auf die Acchtheit des Rockes komme es garnicht an, wenn nur der Glaube der Beschauer sich daran erregenlasse? Wenn etwa der heutige Bischof von Trier auf ähnlichemStandpunkte sich befände, wenn er geäußert hätte: ihm sei schließlichdie Aechthcit des Rockeö sehr gleichgültig, er denke ihn aber zu

>) Und was weiß denn unser Gelehrter von den ausbleibenden Opfcr-gaben ? Meint er im Ernste, ohne Ausstellung sei nie geopfert worden?Oder glaubt er, jeder Opferpfennig sei in den .-tol-i« 8au<n»i-u,nverzeichnet?

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