Druckschrift 
3 (1845)
Entstehung
Seite
20
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Er hebt cin:Der erste ist der St. Mathias Benediktiner, derdie Uebertragung der Reliquien des h. Mathias geschrieben hat umdas Jahr 1127, und sich zugleich bezieht auf die Erzählung einesalten Priesters, der in der Mitte des 11. Jahrhunderts gelebt, unddas Erzähltee gesehn hat. Dieser sagt nun:" (dem Agritius über-gab die h. Helena den Nock, den Nagel, das Messer Jesu, den h.Mathias, das Privileg Sylvesters, welches in den öffentlichen Mo-numenten aufbewahrt wird.')

Hienach hätte zunächst der alte Priester um 1950 (gemeint ist1953) die Schenkung der h. Helena um 328 erlebt und angescbn.Schlechterdings kein andrer Sinn liegt in den Worten des Hn.Doctor. (Gesehn hat freilich der Priester nichts anderes als dieJnvcntion des h. Mathias um 1953.) Es hätte ferner der Bene-dictiner nm 1127 geschrieben, um 1127 ist aber die Translationselbst geschehn, und geschrieben hat jener erst um 1185. Die Nach-richt über die Helena und den Rock hat, wie die Aussage selbst zeigt,keine andre Quelle, als das damals längst erweiterte Sylvester-diplom von 1131. Hr. Binterim aber beweist mit eben dieser Aus-sage haarscharf, daß das Diplom nicht die älteste Angabe über denRock enthalte.

Der zweite Mönch, fährt er fort, ist ungefähr 29 Jahre jünger(als 1127 nämlich), ist aus dem Jahre 1154."

Wir verlieren kein Wort weiter. Ist es möglich, den Triumphder Neliquienlogik glänzender zu seiern? Nein, ruft Hr. Binterim,Thiofrids Schweigen um 1196 beweist nichts, die Urkunde von 1131rst nicht die älteste Notiz über den Nock, denn: der Rock steht bereitsin einer Urkunde von 1154.

Schwer zu entscheiden ist es, schreibt Börne, welches ein ver-drießlicheres Geschäft ist, Lichter zu putzen, oder gewisse Leute durchGründe zu belehren. Alle zwei Minuten muß die Arbeit wiederholtwerden, und wird man ungeduldig, so löscht man das kleine Lichtgar aus.

>) Hr. B. fragt auch:wie hätte sich der Vf. auf öffentliche Monumenteberufen können, wenn der Rock erst kurz zuvor eingeschwärzt wordenwäre?" Ein kindlich guter Glaube an die öffentlichen Monumente!E>ne grundliche Wissenschaft über die Beschaffenheit dieserMonumente!Natürlich ist nichts anderes gemeint, als das Chartnlar des Matbias-klosters, wo die Einschwärzung eben so leicht wie bei der Abfassungder Gesten geschehn konnte.